Kunst von Nazis geraubt Blinder (88) verlangt Gurlitt-Bild zurück

Aus der Gurlitt-SammlunG: Dieses Liebermann-Gemälde beansprucht ein New Yorker Anwalt für sich. Foto: dpa

Der in New York lebende Anwalt David Toren reklamiert das Gemälde „Reiter am Strand“ für sich und seine Familie. Mit 14 Jahren musste Toren aus Deutschland fliehen.

 

Schwabing/New York Der Anwalt David Toren beansprucht das Bild „Reiter am Strand“ von Max Liebermann aus der Sammlung des Schwabingers Cornelius Gurlitt für sich. Die Nazis hätten es seiner Familie geraubt. „Wir können schlüssig beweisen, dass Herr Toren der rechtmäßige Eigentümer ist“, sagt sein Anwalt August Matteis. „Ich glaube, auch in Berlin und München besteht eigentlich kein Zweifel, dass das Bild unserem Mandanten gehört.“

Toren, 88 Jahre alt und blind, habe mit 14 Jahren aus Deutschland fliehen müssen. „Jetzt möchte er für sich und seinem Bruder zurück, was seiner Familie gehört, sie aber 70 Jahre lang nicht haben durfte.“ Die deutsche Seite habe zwar schon vor Monaten eine wohlwollende Prüfung zugesagt. „Aber uns läuft die Zeit davon. Die Sammlung wurde schon vor zwei Jahren entdeckt. Was ist seitdem passiert? Nichts.“

Er habe als amerikanischer Anwalt Verständnis dafür, dass auch in Deutschland rechtsstaatliche Vorgänge manchmal dauern, sagte Matteis: „Aber es muss sich etwas bewegen. Hier bewegt sich nichts.“ Matteis verklagt die Bundesrepublik und Bayern vor einem Gericht in Washington. Ein besonderes Gesetz macht es möglich, dass ausländische Regierungen von US-Bürgern innerhalb der USA verklagt werden können. Die Möglichkeiten der Vollstreckung sind allerdings begrenzt.

 

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