Kunst in Pasing "Upcycling": Das zweite Leben der Dinge

Köpfe (Michael Glatzel) mit Hüten (Christine Kamlah) Foto: Angela Scheibe-Jaeger

Die Arbeiten auf dem Kunsthandwerkermarkt im Ebenböckhaus bestehen nicht nur aus Gebrauchtem, sondern werten dieses auch auf.

 

Pasing - Im Ebenböckhaus und seinem verwunschenen Garten findet vom 27. bis 29. September ein Kunsthandwerkermarkt der besonderen Art statt: Attraktives Neues aus Wegwerfmaterialien von Designern, Künstlern und Kunsthandwerkern soll dort zu entdecken sein.

"Raus aus dem Kreislauf 'Konsumieren und Wegwerfen’, scheinbar wertlosen Dingen eine neue Wertigkeit und damit ein 'zweites Leben’ geben“, so beschreiben die Veranstalter, das Kulturforum München-West, die Verkaufsausstellung für Upcycling-Produkte.

Beteiligt sind dabei neun Designerinnen, Künstler, Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen , die Weggeworfenes oder scheinbar nutzlos gewordene Materialien für die Schaffung neuer Produkte verwenden und dabei mit geringem Energieaufwand Neues schaffen.

"Beim Upcycling erhalten alte Produkte einen höheren Wert, keinen geringeren, wie es beim Recycling der Fall ist. Wir arbeiten im Spannungsfeld von Überflüssigem und Begehrenswertem, vereinen Neues mit Vorhandenem und verwandeln Weggeworfenes in ästhetisch reizvolle Dinge von hohem Gebrauchswert. Wir entdecken neue Möglichkeiten von so genanntem Abfall, fügen ihn mit anderen ausgeschiedenen Dingen zusammen und geben ihnen eine eigene neue Wertigkeit und damit ein 'neues Leben', so definieren die Aussteller einhellig ihren Arbeitsansatz.

Aus alt mach neu, dieses Motto des "Upcycling“ entspricht einem neuen Denkansatz, den die Veranstalter des Kulturforums München-West unterstützen wollen.

Metamorphosen in Stoff

Das Thema Upcycling hat sich für die Modistin Christina Kamlah ganz natürlich ergeben: "Alte Hüte vom Flohmarkt oder von den Dachböden meiner Kunden werden so wieder zu modischen Highlights, gebrauchte Jeans und unvollendete Näharbeiten zu Mützen und Kappen, Seidenreste zu duftigen Ansteckblumen und Krawatten zu Stirnbändern“.

Die Goldschmiedin Kira Fritsch, die auch in der kulturell-ästhetischen Bildung arbeitet, verändert "Alltags-Abfall“ zu Schmuck. Sie verwendet Materialien aus Küche und Bad, Fundstücke von der Straße, aus Spielkisten, Silber und Tombak und verarbeitet dies alles zu Schmuckanhängern, Ringen oder Ohrschmuck, der durch den Träger eben eine "zweite Chance“ erhält.

Auf den Stock gekommen

Weiter wird Constance Becker Taschen aus überflüssigen Warnwesten anbieten; ihr Modell "bumble bee“ wurde bereits von der Jury des Recycling Designpreises 2012 mit ausgewählt und auch in Museen ausgestellt. Andrea Grabowski zeigt Porzellan und Keramik, Kathrin Hoffmann verkauft edle Taschen und Bibs Hosak-Robb, künstlerische Kuratorin der Ausstellung, stellt Textiles zum Sitzen, Tragen und Teilen vor. Sie war mit ihrem "Wuschledich“-Hocker aus Beton und gebrauchtem Waschfilz schon bei der Ausstellung "Verweile doch“ im Pasinger Zentrum dabei.

Originelle Spazierstöcke und Schmuck gibt es bei Nana Kováts-Tatum zu bestaunen, Marlies Poss präsentiert Sitzgelegenheiten aus Karton, wie sie ähnlich bei "Verweile doch“ zu "besetzen“ waren. Martin Siegler aus der ehemaligen Kuvertfabrik ist mit "Möbel & Licht“ vertreten.

In einer "Türkischen Teestube“ wird Selbstgebackenes angeboten.

Die Verkaufsaustellung findet am Fr. 27. September 2013 von 18 bis 20 Uhr, am Samstag 28. und Sonntag 29. von 11 bis 18 Uhr statt. Am Samstag ist von 14 bis 16 Uhr ein Papierworkshop für Kinder; der freiwillige Unkostenbeitrag dafür beträgt 3 Euro.

Wo? Ebenböckstraße 11 sta

Wieviel? Eintritt ist frei

 

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