Kultur Zauberhafte Musikstunde in Instrumentenkunde

Mal hier, mal da: Nach jedem Stück wechselte Jos van Immelseel das Instrument und zeigte spielend deren Unterschiede. Foto: Veranstalter

Ansbach - Jos van Immerseel begeisterte in Ansbach mit klangfarbenfrohem Hammerklavierspiel

 

Gerade noch im Bereichdes akustisch Wahrnehmbaren war Carl Philipp Emanuel Bachs Rondo. Und doch füllte der zarte, leise Klang des über zweihundert Jahre alten Clavichords die Ansbacher Karlshalle aus. Aber ein richtiges Konzert war der überaus betörende Auftritt des belgische Pianist Jos van Immersee im Rahmen des Musikfestivals „Fränkischer Sommer“ doch nicht. Vielmehr bot der 64-jährige Spezialist für Alte Musik eine bezaubernde musikalische Unterrichtsstunde in Instrumentenkunde. Was durchaus legitim war, schreiben die Veranstalter des Festivals doch gerne auf ihre Fahnen, dass die zweimonatige Konzertreihe sich auf die historische Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten der damaligen Zeit konzentriert.

Vier Clavichorde und Hammerklaviere aus dem 18. Jahrhundert standen auf der Bühne, durch die van Immerseel zwischen den einzelnen Nummern mit einem knallorangen Mikrophon wandelte und mit kauzigem Humor Eigen- und Besonderheiten der Instrumente erklärte, ehe er sie tönend zum Leben erweckte. Hier das Clavichord, dessen Bauweise auch das Vibratospiel zulässt und einen wundervoll intimen Klang hatte, dort der süddeutsche Hammerflügel, auf dem van Immerseel Muzio Clementis f-Moll-Sonate mal zornig vor sich hinmurmeln, mal zart vor sich hinflöten ließ. Da störte auch der irreführende Konzerttitel „Die musikalische Welt der Lady Craven“ gar nicht mehr. Denn mit der Engländerin, die sich in die Welt des Markgrafen Alexander einschmeichelte, hatten die dargebotenen Werke und Instrumente lediglich gemein, dass sie alle derselben Zeit entstammten. mt

 

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