Kultur Schauspieler Heinrich Schmieder: Tod während Radrennen

Heinrich Schmieder Foto: dpa

MÜNCHEN - Wieder stirbt ein deutscher Schauspieler recht jung. Keinen Monat nach Frank Giering (38) kommt Heinrich Schmieder mit 40 Jahren ums Leben – rätselhaft im Hotel während eines mehrtägigen Bike-Rennens inden Alpen.

 

Erneut ist die deutsche Fernseh- undFilmwelt mit einem Tod konfrontiert, mit dem keiner rechnete. In derNacht zum Mittwoch ist im Alter von 40 Jahren der SchauspielerHeinrich Schmieder gestorben. Er wurde einem breiten Publikum alsKommissar an der Seite von Sabine Postel im Bremer „Tatort“ bekannt,in dem er Ende der 90er Jahre bis 2001 mitspielte.

Sein Tod gab zunächst Rätsel auf. Schmieder wurde in seinemHotelzimmer im norditalienischen Livigno gefunden. Er war seit einpaar Tagen als Freizeitsportler bei einem Mountainbike-Rennenunterwegs. Für seine Frau, die mit den beiden Kindern in Münchengeblieben war, ein Schock.

Der Tod des Mimen mit den stahlblauen Augen ist innerhalb einesMonats der zweite Todesfall eines vielversprechenden undvergleichsweise jungen Schauspielers. Am 23. Juni war Frank Giering(„Funny Games“) mit 38 Jahren an einer Gallenkolik gestorben.

Schmieders Agentin erfuhr erst am Mittwochmittag vom Tod ihresSchützlings. Den Tränen nahe bestätigte sie, dass Schmieder leblos inseinem Bett gefunden worden war. Sein Teampartner hatte ihn entdeckt.Ein Notarzt habe nur noch den Tod feststellen können. Die Ursacheblieb zunächst unklar.

Der Rennleiter Uli Stanciu vom 13. Craft Bike Transalp, das nochbis zum 24. Juli dauern soll, sagte: „Wir sind geschockt von diesertragischen Nachricht. Wir fühlen mit der Familie und den AngehörigenSchmieders, denen unsere tiefe Anteilnahme und herzliches Beileidgilt.“

Schmieder selbst war noch vor dem Start des Rennens auf derWebsite „alpha-bikes.de“ als begeisterter Extremsportler zitiertworden: „Das wird meine größte Herausforderung.“ Demnach hatte derSchauspieler, der in zahlreichen TV-Serien sowie in Kinofilmen („DerUntergang“) oder Fernsehfilmen („Die Bubi-Scholz-Story“) mitwirkte,seit November trainiert. Über die Alpenüberquerung sagte er: „Ich bingroßer Mountainbike-Fan und habe mir vorgenommen, da einmalmitzufahren. Diesen Traum verwirkliche ich mir in diesem Jahr.“ Dafürhatte er sich extra freigenommen: „Um teilnehmen zu können, habe ichsogar Drehs verschoben und mir bei meiner Agentur drehfrei geblockt.“

Schmieder stammte aus Schwäbisch Hall und war der Sohn albanisch-banatdeutscher Einwanderer. Für seine Rolle als Kommissar Forchert inder Komödie „Männer Häppchenweise“ war er 2003 für den DeutschenFernsehpreis nominiert. Der Kurzfilm „Der Verdacht“, in dem ermaßgeblich mitwirkte, gewann 2008 den Deutschen Kurzfilmpreis.

Auch in Filmen wie „Jahrestage“ (von Margarethe von Trotta), „DerTunnel“ (von Roland Suso Richter) oder „Toter Mann“ (von ChristianPetzold) spielte Heinrich Schmieder mit. (dpa)

 

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