Kultur Salzburger Festspiel-Direktor schwer verletzt: Selbstmordversuch?

SALZBURG - Vor zwei Wochen war er wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten entlassen worden. Jetzt fanden Passanten den ehemaligen Technik-Chef der Salzburger Festspiele schwer verletzt unter einer Brücke. Klaus Kretschmer hatte sich als "Kollateralschaden" bezeichnet.

 

Der wegen „finanzieller Unregelmäßigkeiten“ am 22. Januar gefeuerte Technikdirektor der Salzburger Festspiele, Klaus Kretschmer, wurde in der Nacht zum Dienstag mit schweren Knochenbrüchen und Wirbelverletzungen in die Salzburger Landeskliniken gebracht. Passanten hatten Kretschmer, der vermutlich einen Selbstmordversuch beging, unter der Schlachthof-Brücke in Salzburg gefunden.

Kretschmer hat am Freitag noch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wegen unerlaubter Nebentätigkeit für die Salzburger Festspiele zurückgewiesen. „Es stimmt, dass ich für die Osterfestspiele tätig war. Es stimmt, dass ich das teilweise nicht kommuniziert habe“, sagte er den „Salzburger Nachrichten“. „Aber es stimmt sicher nicht, dass ich Geld genommen hätte, ohne dafür eine Gegenleistung erbracht zu haben.“

Zuvor hatte eine Wirtschaftsprüfung bei den eigenständigen Salzburger Osterfestspielen nach Angaben von Landeshauptfrau Gaby Burgstaller möglicherweise „ungerechtfertigte Zahlungen der Osterfestspiele an einzelne Personen“ ergeben. Osterfestspiel-Chef Michael Dewitte wurde noch vor Kretschmer gekündigt, der eine Intrige vermutete. „Die Stoßrichtung ging gegen Dewitte, und ich bin der Kollateralschaden“, formulierte Kretschmer es.

Inzwischen ist ein Team von Wirtschaftsprüfern dabei, die Bücher der Salzburger Festspiele, die im Sommer ihr 90. Jubiläum feiern, und der 1967 von Herbert von Karajan gegründeten Osterfestspiele zu filzen. Ein „erster umfassender Bericht“ soll laut Direktorium bis zur Sondersitzung des Festspiel-Kuratoriums am 23. Februar vorliegen.

Bis dahin werde das Direktorium von weiteren „Kommentaren oder Vorverurteilungen“ absehen. Die Ergebnisse der Prüfung würden „selbstverständlich“ veröffentlicht. Zum Fall des geschassten Technikdirektors Klaus Kretschmer haben die Festspiele der Salzburger Staatsanwaltschaft eine „Sachverhaltsdarstellung“ überreicht.

ad

 

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