Kultur Ein Mini-Festival als Mega-Erfolg

Illustration Foto: Berny Meyer

NÜRNBERG - Vier Pop-Bands für ein Halleluja: Jacks Smirking Revenge, Carlos Reisch, My New Zoo und Colon präsentierten und zelebrierten beim ersten „Minirock-Festival“ eine Nürnberger Musik-Messe

 

In der Mitte der neunköpfig groovenden Meute steht Rainer Pirzkall auf der Bühne im MUZclub und fuchtelt wild mit der Hand in der Luft, womit er seiner Band Carlos Reisch signalisiert, noch ein Solo dranzuhängen. Und noch eins. Und noch eins. Glücklich-verschwitzte Gesichter im Publikum. Als My New Zoo mit ihren Pferdemasken auf die Bühne stürmen, rastet der MUZclub aus, johlt, tanzt. Sängerin Aisha von Jacks Smirking Revenge lässt mit ihrer glockenklaren Stimme zu Ohrwurm-Brechern wie „My 23“ die Menge tanzen, wippen und kopfnicken. Und bei den sympathischen Punkrockern von Colon ist Ausgelassenheit Trumpf, Stagediving der Spaß des ausklingenden Abends.

Beste Popmusik aus dem Herzen der Stadt

Kurz: Das Minirock-Festival von AZ, Radio Gong und der Musikzentrale war ein voller Erfolg. Vier Bands aus Nürnberg pumpten mit purer Energie die Messlatte für künftige Club-Konzerte mächtig in die Höhe. Und zeigten lässig, wieviel gute Popmusik aus dem Herzen dieser Stadt kommt.

Spielfreude nach dem Motto: Gitarre oder Knarre

Gleich zu Beginn gab’s Spielfreude pur: Jacks Smirking Revenge elektro-rockten eine grandiose Steilvorlage für die nachfolgenden Funk-Hopper von Carlos Reisch, die immer mit einem Auge auf tanzbarem Jazz jegliche Arrangements sprengten – jede Minute pure Unterhaltung. My New Zoo, diesmal mit zwei Gitarren und eineinhalb Schlagzeugen, dafür ohne Bass, holten sich die tiefen Frequenzen auch so – und hohe Zustimmungs- und Ausflippraten bei Hit-verdächtigen Wave ’n’ Roll-Songs wie „Kiss You“ oder dem wütenden Protest-Song „Gitarre oder Knarre“. Mit Punkrock wird alles gut – auch das Ende des langen Abends der Live-Musik: Colon tobten mit ohrwurmigen Popmelodien und erdigem Rotzrock durch den Club.

Das Einzige, was fehlte: Der Minirock. Das Namen spendende Kleidungsstück hatte Gong-Moderatorin Jenny nämlich daheim gelassen...

 

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