Kult-Kneipen-Sterben geht weiter Pachtvertrag endet: Max-Emanuel-Brauerei ist dicht

Das kultige Wirtshaus in der Adalbertstraße mit seinen legendären Weißen Festen ist geschlossen. Foto: Daniel von Loeper

Das Kult-Kneipen-Sterben in München geht weiter. Die Max-Emanuel-Brauerei in der Adalbertstraße ist Geschichte. Die legendären Weißen Feste fallen aus, das Wirtshaus wird umgebaut und saniert. Ende 2021 soll es neu verpachtet werden.

 

Maxvorstadt - Die Türe ist geschlossen, das Lokal dunkel, auf der Tafel steht kein Tagesangebot: Ohne Servus zu sagen, hat Wirtin Celile Mittermeier die Max-Emanuel-Brauerei geschlossen.

Pachtvertrag endet: Max-Emanuel-Brauerei ist geschlossen

2015 hatte Cecile Mittermeier das Kult-Lokal in der Adalbertstraße von ihrem verstorbenen Mann Sepp Mittermeier übernommen, der das Wirtshaus mit dem großen Biergarten und den elf Kastanien fast zwanzig Jahre lang geführt hat.

Doch jetzt endet der Pachtvertrag, laut dem Vermieter, der Anheuser-Busch InBev, zu der Löwenbräu gehört. Laut einer Sprecherin soll das Gebäude für circa ein Jahr umgebaut und saniert werden.

"Nach Fertigstellung der Umbauarbeiten wird das Objekt wieder durch Anheuser-Busch InBev verpachtet. Voraussichtliche Neuverpachtung ist circa Ende 2021. Es gibt auch schon viele Pachtbewerber, aber es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagt die Sprecherin der Brauerei.

Bis auf weiteres keine Weißen Feste mehr

Die legendären Weißen Feste fallen also bis auf weiteres aus. Seit 1967 wird in der Max-Emanuel-Brauerei der Fasching in Weiß gefeiert.

Zu Beginn hießen die Weißen Feste noch Schwabinger Künstlerfasching. Weiße Kleidung war aber schon damals Pflicht – außer für das Personal, das trägt Schwarz. "Die Studenten hatten kein Geld für aufwendige Kostüme", erzählt einer der Stammgäste der AZ bei einem Weißen Fest. "Deshalb einigten sich alle darauf, in Weiß zu kommen."

An einem Tag aber ist dann traditionell doch alles anders. Alle Gäste erscheinen in Schwarz, das Personal trägt Weiß. "Der letzte Tag ist Trauertag", sagt Mittermeier.

Ob der neue Pächter auch Weiße Feste veranstalten wird, ist nicht bekannt, genauso wenig wie der Pächter. Er würde aber gut daran tun, diese Tradition weiterzuführen.

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