Krone, Brücke oder Implantat Die besten Zahn-Versicherungen im Test

Die Behandlung beim Zahnarzt ist oft kein Schnäppchen. Foto: dpa

Ein gutes Gebiss hat seinen Preis. Um Krone, Brücke oder Implantat bezahlen zu können, ist eine gute Police wichtig. Was jeder Kunde dabei beachten sollte.

 

München - Wer sich auf die Suche nach einer Zahnzusatzversicherung macht, der hat es nicht leicht. Unzählige Anbieter, unzählige Tarife und dazu jede Menge Fach-Chinesisch.
In Zusammenarbeit mit Experten des gemeinnützigen Online-Verbraucher-Magazins „Finanztip“ und der Testzeitschrift „Euro“ haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Zahnzusatzversicherungen zusammengestellt.

Wie sinnvoll ist überhaupt eine Zahnzusatzversicherung? Versicherungs-Experten sind sich einig: Eine Zahnzusatzversicherung ist kein Muss, gehört aber tatsächlich zu den sinnvolleren Investitionen. Denn bei den meisten Menschen ist es unvermeidlich, dass irgendwann der eine oder andere Zahn kaputt geht.

Gesetzlich Versichert? Das kann teuer werden!

Auf gesetzlich Versicherte kommen dabei erhebliche Kosten zu: Schon ein einzelner Zahn, der hochwertig durch ein Implantat ersetzt wird, kann einen mehr als 2000 Euro kosten, und die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen nur einen Bruchteil davon.

Worauf kommt es bei einer guten Zahnzusatzversicherung an? Die Experten von „Finanztip“ raten: Wichtig sind gute Leistungen beim Zahnersatz, weil hier die höchsten Kosten anfallen. Der Versicherungstarif sollte hier mindestens bei einer Kosten-Übernahme von 80 Prozent, besser 90 Prozent liegen. Das bedeutet: Kasse und Zusatzversicherung übernehmen so viel, dass dem Patienten nur noch ein Eigenanteil von zehn, maximal 20 Prozent bleibt.

Es heißt, man soll darauf achten, dass sich die Kostenübernahmen der Versicherung nicht nur auf den „Festzuschuss“ der Krankenkassen bezieht. Was bedeutet das? Viele Versicherungen werben mit „100 Prozent der Kostenerstattung“ oder einer „Verdoppelung der Kassenleistung“. Das entpuppt sich oft als Mogelpackung. Denn diese Tarife beziehen sich meist auf den Festzuschuss der Krankenkassen. Festzuschuss bedeutet, dass sich die Kassen nicht prozentual an Kosten beteiligen, sondern einen bestimmten Betrag pro Zahnersatz oder Behandlung beisteuern. Die Versicherung zahlt dann einfach nur den gleichen Betrag noch mal drauf.

Wieso ist es so schlecht, wenn die Versicherung sich nur auf diesen Festzuschuss bezieht? Das Verbraucher-Magazin „Euro“ hat dazu ein kleines Rechenbeispiel erstellt: Ein Inlay, eine besondere Art der Zahnfüllung aus Gold, Keramik oder Kunststoff, kostet in der Regel um die 600 Euro – Material, Labor- und Zahnarztkosten eingerechnet.

Die Kasse zahlt dazu lediglich 45 Euro. Eine „Erstattung von 100 Prozent“ oder „Verdoppelung der Kassenleistung“ heißt in diesem Fall also: Die Zahnzusatzversicherung zahlt auch nur 45 Euro, der Patient bleibt auf 510 Euro sitzen.

Ab welchem Alter sollte die Zahnzusatzversicherung abgeschlossen werden? Das ist schwierig. Um das zu entscheiden muss jeder selbst einschätzen, wie lange seine Zähne wohl noch gesund sein werden. In jüngeren Jahren sind die Beiträge meist günstiger als später, dafür ist es aber auch unwahrscheinlicher, dass man Leistungen in großem Umfang in Anspruch nehmen muss.

Ohne Versicherung extra sparen

Als Faustregel gilt, dass eine Zahnzusatzversicherung um das 40. Lebensjahr abgeschlossen werden sollte. Ein Experten-Tipp: Solange man noch keine Zusatzversicherung hat, könnte man auch die gesparten Beiträge verzinst auf die Seite legen, um davon irgendwann eine große Zahnbehandlung zu bezahlen.

Ist eine Zahnzusatzversicherung für ältere Menschen noch sinnvoll? Auf jeden Fall. Der aktuelle Zahnversicherungs-Test (siehe nebenstehende Tabelle) des Magazins „Euro“ zeigt, dass es auch für Menschen ab 60 Jahren immer noch sehr gute Angebote zu moderaten Preisen gibt.

 

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