Kritik zur neuen Folge "Game of Thrones" Staffel 8 Episode 2: Blutleer wie Weiße Wanderer

Im Zentrum der neuen Folge von "Game of Thrones" steht Jaime Lennister (Nikolaj Coster-Waldau) Foto: © HBO/Helen Sloan

Die Nachtwache ist wieder vereint, Jaime vergibt einen Ritterschlag und Daenerys erfährt, was sie vielleicht lieber nicht gewusst hätte in der zweiten Folge der letzten Staffel "Game of Thrones".

 

Vorsicht, Spoiler: Dieser Text enthält kaum bis gar nicht verschleierte Hinweise auf den Inhalt der aktuellen Folge von "Game of Thrones". Wenn Sie die zweite Folge der 8. Staffel noch nicht gesehen haben und nichts verraten bekommen möchten, sollten Sie den Artikel später lesen.

Was ist in der zweiten Folge "Game of Thrones" passiert?

Allein und ohne Armee ist Jaime auf den Rückhalt von Brienne angewiesen. Er darf in Winterfell bleiben und für die Lebenden kämpfen. Sein Bruder muss ein wenig um seinen Platz als Hand der Königin fürchten. Statt Papa Aerys ähnelt Daenerys eher König Robert, wenn sie sagt: "Wenn du mir nicht helfen kannst den Thron zurückzuerobern, dann suche ich mir eine Hand, die das tut."

Nach einem kleinen Flirt zwischen Arya und Gendry, der später in einem kleinen Softporno gipfeln sollte (aber dazu mehr bei Blut vs. Haut), kommen wir zu einem anderen heiß erwarteten Aufeinandertreffen. Jaime entschuldigt sich bei Bran. Dieser ist nicht besonders nachtragend und wird den Goldhändigen erst einmal nicht für den folgenschweren Schubser verpetzen. Auf Jaimes Frage hin, ob das auch für die Zeit nach dem Krieg gegen die Weißen Wanderer gelte, sagt der Dreiäugige Rabe vielsagend: "Woher wisst Ihr, dass es ein Danach geben wird?"

Vermutlich aufgrund des Wissens um die Verwandschaft zu seiner Geliebten, ist Jon in dieser Folge ein wenig schweigsam. Seine Stimmung hebt sich nachdem er Edd und Tormund wohlbehalten ankommen sieht. Gemeinsam mit den letzten ihm verbliebenen Brüdern der Nachtwache, Sam und Edd, wacht er über die Mauern Winterfells.

Nach einem kleinen Zwist mit seiner Cousine Lyanna Mormont, die unbedingt kämpfen möchte, statt sich in den Krypten zu verstecken, bekommt Jorah von Sam eine ganz besondere Waffe: Herzbann, das Familienschwert des Hauses Tarly.

Am Ende dieser Episode kommt es nun zu einem sehr unangenehmen Gespräch. Wie erkläre ich meiner Liebsten, dass sie meine Tante ist? Der vormalige König des Nordens und die Mutter der Drachen treffen vor dem Grab von Jons Mutter, Lyanna Stark, aufeinander. Nachdem Jon seine Herkunft erklärt und Dany richtig gefolgert hat, dass sie in der Thronfolge nun hinter ihrem Geliebten steht, rettet die beiden das dreimalige Tönen eines Horns aus dieser unangenehmen Situation. Die Weißen Wanderer sind da.

Wer ist in dieser Folge "Game of Thrones" gestorben?

Erstaunlicherweise niemand. Aber dafür konnte der aufmerksame Zuschauer einen lange vermissten und beinahe totgeglaubten Albino ausmachen: Jons Schattenwolf Geist. Er wird nicht einmal erwähnt, als sei seine Anwesenheit das Normalste der Welt. Dabei stellen sich so viele Fragen. Wo war er bei der Schlacht der Bastarde? Wo, als Jon mit seinem Squad aus Lebensmüden jenseits der Mauer so desaströs auf Totenjagd gegangen ist?

Mehr Haut oder mehr Blut?

Eher mehr Haut. Diese Folge war genauso blutleer wie ein Weißer Wanderer. Die Haut, die wir zu sehen bekommen, ist Aryas. Bevor sie in ihre erste (und vielleicht letzte) Schlacht gegen die Toten zieht, möchte sie von Gendry etwas über körperliche Liebe erfahren. Es könnte mehr daraus werden, schließlich ist Gendry der Bastard des früheren Königs Robert Baratheon.

Die größte Überraschung?

Ein gut gehütetes Geheimnis ist wohl endlich aufgedeckt worden. Jahrelang haben Fans spekuliert und Theorien ausgearbeitet. Was hat Podrick eigentlich mit den Prostituierten gemacht, die sein Geld für ihren Service ablehnten? Nun scheint eine Antwort auf diese drängende Frage im Spiel um den Thron endlich gefunden: Er kann singen. Im Beisein von Tyrion, dem Zwiebelritter, Tormund, Jaime und Ser Brienne stimmt er ein melodisches Lied an, das in einer so aufgewühlten Zeit ein wenig Frieden zwischen die Mauern Winterfells bringt.

Die Poesie der Folge?

Beim Pläneschmieden im Kampf gegen den Nachtkönig erklärt Bran, was eigentlich das Ziel des Blauäugigen ist. Er will die "Endlose Nacht". Das bedeutet nicht nur die Auslöschung der Menschheit, sondern auch die von Bran, der das Gedächtnis der Welt zu sein scheint. Sam sagt dazu, das das wohl der Tod sei: vergessen und vergessen werden.

Der Höhepunkt der Folge?

Ser Brienne von Tarth. Emotional aber nicht kitschig erfüllt Jaime Brienne einen lange gehegten Wunsch. Sie ist nun der/die erste*r weibliche*r Ritter*in in Westeros.

"Game of Thrones": Wer ist dem Thron aktuell am nächsten?

Noch immer Cersei. Aber das interessiert in dieser Folge nicht. Von viel größerer Bedeutung ist die Armee der Toten vor den Mauern Winterfells. Die Stimmung unter unseren Lieblingscharakteren ist gemischt. Manche sind sich ihres baldigen Todes sicher, andere haben noch Hoffnung auf einen Sieg. Das Geniale an dieser Folge ist, dass sich der Zuschauer kein bisschen sicher sein kann, was bald im Norden passieren wird. Was uns hingegen sicher ist: nächste Woche knallt's! 

Lesen Sie hier die Kritik zur ersten Folge: "Game of Thrones" in der AZ-Kritik - Ab in den Norden!

Hier geht es zur nächsten Folgenkritik: "Game of Thrones" Staffel 8 Episode 3: Das Gemetzel

Und hier zur aktuellen Folge: "Game of Thrones" Staffel 8 Episode 5: Asche zu Asche

 

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