Krise am Wiener Burgtheater Geht Martin Kušej nach Wien?

Burgtheaterchef Matthias Hartmann wird entlassen. Es gibt einen natürlichen Nachfolger - mit Posten in München.

 

Der Intendant des Wiener Burgtheaters, Matthias Hartmann (50), ist nach einem Finanzskandal entlassen worden. Hartmann bestätigte die Entscheidung des österreichischen Kulturministers Josef Ostermayer (SPÖ). Zugleich kündigte er rechtliche Schritte an.

In der Spielzeit 2012/2013 rechnete das Haus mit einem Verlust von rund 8,3 Millionen Euro. Außerdem drohten Steuernachzahlungen in Millionenhöhe. Der Aufsichtsrat des Theaters hatte Ende Februar den Verdacht auf Urkunden- und Bilanzfälschung sowie Untreue geäußert. Vizedirektorin Silvia Stantejsky ist bereits entlassen worden. Sie hatte jede Schuld von sich gewiesen. Ein Gutachten soll eine Mitverantwortung Hartmanns zeigen. „Nun verlangt man, dass ich mehr weiß als die Controller und die Kaufleute. Das ist für jeden deutschsprachigen Theaterbetrieb absurd“, erklärte Hartmann, der seit 2009 an der Burg amtiert.

Das 1776 gegründete Wiener Burgtheater gilt als eine der wichtigsten Bühnen im deutschsprachigen Raum. Sollte Hartmanns Kündigung einer Rechtsprüfung standhalten, könnte das Folgen für München haben: Residenztheater-Chef Martin Kušej, der schon eine Reihe von Burgschauspielern abgeworben hat, ist als gebürtiger Kärntner und Professor des Wiener Reinhardt-Seminars ein sehr heißer Kandidat für die Nachfolge.

 

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