Kriminalpolizei ermittelt Antisemitischer Schüler-Chat am Klostergymnasium Schäftlarn

Rund 500 Schüler werden am humanistisch-sprachlichen Gymnasium der Benediktiner Schäftlarn unterrichtet. Foto: imago images/imagebroker

Was als Scherz gemeint war und was strafrechtlich relevant ist, ermittelt die Polizei: Am Klostergymnasium Schäftlarn gab es einen Schüler-Chat mit antisemitischen Inhalten. 

 

Schäftlarn - Es ist offenbar kein Einzelfall: Die Polizei ermittelt derzeit an mehreren Schulen in der Region und berichtet am Donnerstag über Vorkommnisse am Klostergymnasium Schäftlarn im südlichen Landkreis.

Demnach war das Polizeipräsidium München von der Schule "über einen gegebenenfalls strafrechtlich relevanten Klassenchat informiert" worden: Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurden in dem Klassenchat teils sexuell anstößige und unter Umständen volksverhetzende Inhalte an Personen unter 18 Jahre verteilt beziehungsweise verbreitet.

Antisemitischer Chat: Ermittlungen gegen zwei 14-Jährige

Die genaue Größe des Teilnehmerkreises an dem Chat sei aktuell Gegenstand der Ermittlungen. Nach den ersten Erkenntnissen liegt die Anzahl in einem zweistelligen Bereich, derzeit wird gegen zwei 14-jährige Schüler ermittelt.

Es besteht der Verdacht, dass die Straftatbestände Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Volksverhetzung und Verbreitung pornographischer Schriften verwirklicht sein könnten. Die Ermittlungen zur Feststellung von Tatverdächtigen, individueller Tatbeteiligungen und von Details, zum Beispiel über die Herkunft der verbreiteten Inhalte und deren möglichen Strafrelevanz, werden vom Staatsschutz der Münchner Kriminalpolizei geführt.

Nazi-Chat am Klostergymnasium: Ein Schüler suspendiert

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, teilten Achtklässler auf ihren Handys Hitlerbilder und judenfeindliche Comics. Weil Eltern und Lehrer der Schulleitung entsprechende Hinweise gegeben hatten, war der Chat - etwa 50 Schüler sollen involviert gewesen sein - nach SZ-Informationen aufgeflogen: "Menschenverachtung werden wir an unserer Schule in keiner Form dulden", wird Schulleiter Wolfgang Sagmeister aus einem Elternbrief zitiert.

Am Klostergymnasium habe man bereits reagiert und einen der beiden 14-Jährigen suspendiert. "Wir vermitteln Werte auf der Basis des christlichen Abendlandes und der europäischen Kultur", so steht es im Leitbild des Gymnasiums. Weiter heißt es auf der Website der Benediktinerschule: "Jedes uns anvertraute Kind sehen wir als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Talenten, Stärken und Schwächen. Die Schüler/innen sollen ihre eigenen Stärken finden und zugleich lernen, Schwächen bei sich und anderen zu tolerieren."

In diesem Zusammenhang informiert die Polizei über mögliche Präventionsmaßnahmen. Gerade in der heutigen Zeit sei die Integration von sozialen Medien in das alltägliche Leben auch Aufgabe der Eltern, Lehrer und Behörden: "Neben Gefahren wie Cyber-Mobbing, Identitätsdiebstahl oder Cybergrooming kann man auch in anderer Art und Weise ganz leicht betroffen sein."

Umgang mit sozialen Medien: Tipps der Polizei

Was ist zu tun, wenn ein nicht aktiv zugesandtes Bild mit strafbarem Inhalt bei Ihnen landet? Zuerst sichern Sie das Bild und die Adresse (Nummer) des Absenders. Informieren Sie umgehend die Polizei und erstatten mit dem gesicherten Material Anzeige. Geben Sie solche Fälle auch immer direkt an die Schule weiter. Es könnten mehrere Personen betroffen sein. Verschiedene Institutionen und Anbieter haben hierzu seit Jahren Präventionskampagnen veröffentlicht. Welche Herangehensweise für Sie die richtige ist, muss jeder selbst entscheiden.

Nutzen Sie die Angebote an Ihren Schulen, informieren Sie sich selbst im Netz. Empohlene Web-Adressen:
https://www.klicksafe.de/
https://www.handysektor.de/startseite
https://www.saferinternet.at/ 272

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