Krieg in Syrien und Irak Terrormiliz IS erobert weitere Teile von Kobane

Nach einem Luftschlag gegen die IS im Westen von Kobane steigt Rauch gen Himmel hinauf. Foto: dpa

Nach heftigen Gefechten mit kurdischen Kämpfern hat die Terrormiliz IS weitere Teile der syrischen Stadt Kobane besetzt. Auf mehreren Gebäuden sei am frühen Morgen die schwarze Dschihadistenflagge gehisst worden.

 

Kobane - Nach heftigen Gefechten mit kurdischen Milizionären hat die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten drei Bezirke der seit Wochen umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane übernommen. Es handele sich um ein Industriegebiet sowie die östlichen Stadtteile Kani Araban und Makatal al-Dschadida, teilten die oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter am Dienstag mit. Auf mehreren Gebäuden sei am frühen Morgen die schwarze Dschihadistenflagge gehisst worden.

Die Aktivisten erklärten weiter, dass es den PKK-nahen kurdischen Volksschutzeinheiten gelungen sei, IS-Kämpfer aus einigen Straßenzügen zurückzudrängen. Es gebe schwere Kämpfe um jede Straße, hieß es. Im Südwesten Kobanes habe die sunnitische IS-Terrorgruppe mehrere Gebäude am Stadtrand übernommen. Die Aktivisten gingen davon aus, dass es Luftschläge der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz im Süden und Osten der Stadt an der syrisch-türkischen Grenze gab.

 

Verluste auf beiden Seiten

Die Dschihadisten zogen nach Medienberichten im Kampf um die Stadt Verstärkung aus den eigenen Reihen hinzu. Am Wochenende waren nach unbestätigten Angaben 86 IS-Extremisten getötet worden. Auf Seiten der kurdischen Einheiten starben demnach 17 Kämpfer. Die USA und ihre arabischen Verbündeten hätten die Kurden mit insgesamt sieben Luftangriffen bei Kobane unterstützt, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Eine kurdische Kämpferin soll bei einem Selbstmord-Anschlag südlich von Kobane Dutzende Extremisten des Islamischen Staates (IS) getötet haben. Die Frau sei Mitglied der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gewesen, sagte der YPG-Kommandant in Kobane nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Welati. Die Kämpferin habe einen Sprengsatz gezündet.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten erklärten Kobane nach Angaben eines Sprechers zur «Militärzone» und brachten die noch in der Stadt gebliebenen Zivilisten in Richtung der Grenze im Norden.

 

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