Krailling-Prozess Angeklagter laut Gutachter „psychisch gesund“

Der angeklagte Onkel der ermordeten Kraillinger Schwestern Chiara und Sharon ist einem Gutachter zufolge „psychisch gesund“. Foto: D. Loeper

Der angeklagte Onkel der ermordeten Kraillinger Schwestern Chiara und Sharon ist einem Gutachter zufolge „psychisch gesund“.

 

München - Der angeklagte Onkel der ermordeten Kraillinger Schwestern Chiara und Sharon, Thomas S., ist einem Gutachter zufolge „psychisch gesund“ und schuldfähig. Der Mediziner erklärte am Dienstag vor dem Münchner Landgericht, es gebe „keinerlei Hinweise, dass eine schwere seelische Krankheit oder eine schwere Persönlichkeitsstörung vorliegt“.

Auch habe S. zum Tatzeitpunkt nicht an einer „affektbedingten, tiefgreifenden Bewusstseinsstörung“ gelitten. „Die Art des Deliktes spricht im Gegenteil vielmehr für eine Schuldfähigkeit“, sagte der Sachverständige. Sein Gutachten basiert auf einem Gespräch mit dem Angeklagten und dessen Verhalten in der Verhandlung.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51 Jahre alten Postzusteller vor, seine acht und elf Jahre alten Nichten im März vergangenen Jahres aus Habgier mit einem Seil, einem Messer und einer Hantelstange aus Habgier brutal ermordet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft wollte er auch die Mutter der Mädchen, seine Schwägerin, töten, um an ihr Erbe zu gelangen.

Das Gericht plant, bereits für den nächsten Verhandlungstag am 26. März die Plädoyers zu hören. Ein Urteil könnte dann noch Ende März und damit fast genau ein Jahr nach der Tat fallen. Vor der Aussage des Gutachters hatte ein Ermittler ausgesagt, der Angeklagten habe sich in Vernehmungen auffällig verhalten. Auf mehrfach gestellte Fragen habe er abweichende Antworten gegeben.

Ein weiterer Beamter im Zeugenstand gab an, man habe bei S. eine Rechnung über ein Tauwerk gefunden, „das mit dem übereinstimmte, das augenscheinlich für die Tat verwendet wurde“.

 

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