Kooperation mit GfK TV Ratings: Twitter-Nutzer haben die Macht

Der "Tatort" wird Sonntags auf Twitter heiß diskutiert und kommentiert Foto: twitter.com/Tatort

Quotenmessung war gestern: Twitter und das Marktforschungsinstitut GfK haben am Donnerstag eine Partnerschaft zur Einführung von "Twitter TV Ratings" in Deutschland, Österreich und den Niederlanden bekannt gegeben. Klingt interessant, für Twitter-Nutzer hat die Kooperation aber wohl nicht nur Vorteile.

 

Berlin – Der Mikrobloggingdienst Twitter und das Marktforschungsinstitut GfK machen künftig gemeinsame Sache. Die "Twitter TV Ratings" sollen zeigen, wie viele Tweets über eine bestimmte TV-Sendungen geschrieben und gelesen wurden. Daraus lassen sich wiederum Schlüsse über die Reichweite und letztendlich den Erfolg eines Films, einer Serie oder eines anderen Formats ableiten. "Diese Informationen sind für Medienunternehmen und -agenturen äußerst wichtig, da sie Einblicke in die wachsende Bedeutung von Live-Kommentierungen in den sozialen Medien ermöglichen", heißt es in einer Mitteilung der GfK. In den USA bietet Twitter diesen Service bereits seit längerer Zeit gemeinsam mit einem anderen Partner an.

Die Zusammenarbeit ist eigentlich längst überfällig, schließlich hat sich das Kommentieren von Sendungen auf Twitter über einen sogenannten "Second Screen" -Computer, Tablets oder Smartphones - nach längerem Anlauf auch hierzulande etabliert. Im Idealfall erhöht sich durch die schnelle Verbreitung der Tweets unter den potentiellen Zuschauern die Reichweite eines Programms. Allerdings kann ein zünftiger Shitstorm auch zum K.O.-Kriterium werden, wie es zuletzt ProSieben mit der gefloppten "Millionärswahl" passierte.

Für Twitter-Nutzer ist die Kooperation ein zweischneidiges Schwert: Einerseits steigt der Einfluss der Zuschauer auf TV-Formate, schließlich dürften Programmchefs auf die "Twitter TV Ratings" ähnlich nervös reagieren, wie auf die umstrittenen Einschaltquoten. Andererseits ist zu befürchten, dass auch die Werbung innerhalb des sozialen Netzwerkes weiter ansteigt. In den USA und Großbritannien testete das Unternehmen im vergangenen Jahr bereits Anzeigen im Umfeld von Tweets über Fernsehsendungen.

"Twitter TV Ratings" soll im Laufe des Jahres in Deutschland, Österreich und den Niederlanden eingeführt werden. Kleiner Tipp für alle, an denen das Phänomen "Second Screen" bisher vorbeigegangen ist: Einfach mal am Sonntagabend zwischen 20.15 und 21.45 Uhr per Hashtag nach Tweets zum "Tatort" suchen.

 

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