Konzert in München So war Cro in der Muffathalle: Oli Pocher war da!

Beim Cro-Konzert in München kam plötzlich Oli Pocher auf die Bühne. Foto: dapd/dpa

Unter Artenschutz: Rapper Cro mit der Pandabär-Maske tritt in der Muffathalle auf. Plötzlich taucht Oliver Pocher auf. Wir haben uns das Cro-Konzert in München angeschaut.

 

München - Irgendwas stimmt nicht mit diesem Pandabären. Ständig versucht er auszubrechen, dabei wurde er doch mit einem festen Band angebunden. Wenigstens muss kein Tierschutzverband eingreifen, um das arme Tier zu befreien. Denn es handelt sich lediglich um eine Pandabär-Maske, die auf dem Kopf von Cro nicht so gut sitzt, wie es sich der Rapper vorgestellt hat. Aber immerhin gibt dieser Fauxpas dem Chartstürmer und „Wetten, dass?“-Rüpel gleich zu Beginn seines Auftritts in der ausverkauften Muffathalle die Gelegenheit, mit der Enthüllung seines wahren Gesichts zu kokettieren.

Und tatsächlich. In der Zugabe wird es ganz dunkel. Cro steht mit dem Rücken zum Publikum. Ein Spot geht an, er dreht sich um und steht ganz ohne Maske da. Das Kreischen der Mädchen verwandelt sich aber blitzartig in Gelächter. Es ist „nur“ Oliver Pocher, den Cro für ein Verwechslungsspiel gewinnen konnte.

Die Maskerade hat im deutschen HipHop Tradition. Vor acht Jahren gab Sido den bösen „Aggro Berlin“-Totenkopf-Rapper. Nach der Demaskierung wollte er bald andere, seriösere Wege einschlagen, bevor er im ORF medienwirksam doch wieder zuschlug. Cro jedoch steht für eine andere, harmlose Form des Sprechgesangs. Auch in der Muffathalle verzichtet der ausgebildete Mediengestalter auf die Genre-übliche Macho-Gangster-Attitüde. Seine Zielgruppe, zumeist Teenies im Schulalter, unterhält der schmächtige 22-Jährige mit eingängigen, souverän vorgetragenen Selbstdarsteller-Songs wie „Du“ oder „Geile Welt“, die wirklich jeder mitsprechen kann.

Da fällt auch kaum auf, dass er als Sänger an hohen Tönen schmerzlich scheitert, altbackene Samples einstreut („Still Dre“) und den sanft dahingleitenden Rap-Rhythmus kaum variiert. Um sein schmales Repertoire auf 90 Minuten zu strecken, setzt Cro auf abwechslungsreiche Fanbespaßung: Vom Erinnerungs-Foto für Cros Facebook-Seite, Kuschelaufforderungen, dünnen Witzchen („Bündchen reimt sich auf München“) und Mitsingarien beim Superhit „Easy“ – nichts wird ausgelassen. Aber immerhin müssen sich die Eltern bei diesem Künstler keine Sorgen machen – Pandabären sind ja auch Pflanzenfresser. Florian Koch

 

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