Kontrollkammer tagt Bayern-Fans hoffen: Uefa ermittelt gegen Anderlecht

"Kriegt ihr d€n Hal$ nicht voll?" - Das Banner der Bayern-Anhänger beim Spiel gegen Anderlecht. Foto: imago/Panoramic International

Überteuerte Tickets in der Champions League: Weil einige Fans "verbotene Spruchbänder" gezeigt und "Gegenstände" aufs Spielfeld geworfen hatten, musste der FC Bayern 20.000 Euro Strafe zahlen. Jetzt knöpft sich die Uefa auch Gegner RSC Anderlecht vor.

 

München - Die Europäische Fußball-Verband Uefa reagiert und bestraft nicht nur den FC Bayern, sondern auch den belgischen Spitzenklub RSC Anderlecht.

Zur Vorgeschichte: 100 Euro sollten die meisten Anhänger des deutschen Rekordmeisters am 22. November beim Champions-League-Gruppenspiel der Münchner in Anderlecht (2:1) an Eintritt zahlen. Wer aufgrund dieser unverschämten Preise nicht zuhause geblieben war, protestierte im Stadion mit Bannern mit Parolen wie "Kriegt ihr den Hals nicht voll? 100 Euro?" und warfen Falschgeld auf den Rasen. Verstieß der RSC Anderlecht gegen eine Uefa-Regel?

Mit Blick auf die "verbotenen" Spruchbänder und das "Werfen von Gegenständen" bat die Uefa den FC Bayern zur Kasse – der Klub musste 20.000 Euro Strafe zahlen. Der Verein hatte sich solidarisch mit seinen Anhängern gezeigt und die überteuerten Karten mit jeweils 30 Euro subventioniert.

RSC Anderlecht droht ein Nachspiel

Doch damit war die Sache für die Uefa noch nicht erledigt: Der Verband eröffnete ein Verfahren gegen den RSC Anderlecht: Der gastgebende Klub habe gegen Artikel 19, Paragraph 3 der "Uefa Safety and Security Regulations" verstoßen. Darin heißt es, dass "Tickets, die an die Auswärtsfans verkauft werden, nicht den Preis der Heimtickets in einer vergleichbaren Kategorie überschreiten dürfen, es sei denn, die Verbände oder Vereine haben sich anderweitig geeinigt."

Zum Vergleich: Im Heimbereich waren Tickets von Dauerkarteninhabern für 47 Euro zu erwerben. Demnach waren die Karten der Bayern-Fans im Großteil mehr als doppelt so teuer. Und das ist ein klarer Verstoß gegen besagten Uefa-Artikel.

Auch Fans anderer Klubs beklagen sich

Wie der Kicker schreibt, befasst sich die Kontroll- und Disziplinarkammer der Uefa am 2. Februar mit dem Fall. Fazit: Dem RSC Anderlecht droht ein Nachspiel, und die Fans des FC Bayern erlangen späte Genugtuung – zumal sie in der Sache Vorreiter sind. Inzwischen klagen auch Anhänger anderer Vereine über teils unverschämte Ticketpreise in der Champions League.

So sollen nach Informationen des Kicker Manchester-United-Fans für das Achtelfinal-Hinspiel beim FC Sevilla jeweils 101 Euro für ein Ticket bezahlen, während die Karten für den FC Liverpool in der Gruppenphase an gleicher Stelle noch 40 Euro günstiger zu haben waren.

 

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