Kommunalwahl 2020 München-Liste: "Wir wollen ein Tram-Referat"

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Wachstumsgegner: Andreas Dorsch (von links), Dirk Höpner und Michael Melnitzki von der München Liste. Foto: Daniel von Loeper

Die wachstumskritische München-Liste stellt ihre Pläne für die Stadt vor – und hofft bei der Kommunalwahl auf zehn Prozent.

 

München - An Selbstbewusstsein mangelt es Dirk Höpner nicht. Bei der Stadtratswahl im März will er mit seiner überparteilichen Wählergruppe zehn Prozent erreichen – und am liebsten auch gleich mitregieren. Der OB-Kandidat und Listenplatz 1 der München-Liste erklärt den Grund für seinen Optimismus: "Wir haben die Vorgaben für die Kandidatur zur Wahl weit übererfüllt!"

Gegen Münchens Wachstum

Schon drei Tage vor Fristablauf für die Unterstützerunterschriften habe die München-Liste fast 1.200 Unterschriften für die Stadtratsliste geschafft – nötig waren 1.000. Höpner sagt stolz: "Wir belegen eindrucksvoll, dass die Münchner unser Hauptanliegen richtig finden, den Wachstumswahn durch maßvolle Gestaltung zu ersetzen." Im Superlativ geht es weiter. Für den Bezirksausschuss 24, in Feldmoching-Hasenbergl, sei der München-Liste "Einmaliges" gelungen. Höpner: "Keine der anderen sieben neuen Wählergruppen hat eine eigene Liste für einen der 25 Stadtbezirke aufgestellt." Seiner München-Liste sei das gelungen.

Das Hauptziel der München-Liste ist klar formuliert: Sie wollen Wachstum in der Stadt stoppen. Höpner spricht von gleich mehreren "Brennpunkten in der ganzen Stadt", die unter den Folgen des Wachstums leiden würden. Höpner nennt Beispiele: "Freiham als neuer Stadtteil praktisch ohne ÖPNV-Anbindung, das chronisch verstopfte Aubing, die zubetonierten Gartenstädte, die Riesen-Baupläne für den Münchner Nordosten, die Bausünden in der Altstadt – die Liste wird immer länger."

Um den Zuzug zu stoppen, fordert er: "Der viele Wohnungsbau hilft nichts, wenn gleichzeitig immer mehr Raum für Gewerbe geschaffen wird." Denn neue Arbeitsplätze würden auch mehr Zuzügler anziehen. Vor allem Jobs für hochqualifizierte Facharbeiter sollten deshalb im Stadtgebiet nicht mehr entstehen.

Mobilität für München: Tram statt U-Bahn?

Ein weiteres großes Thema, dem sich die München-Liste annehmen möchte, ist der Verkehr. "OB Reiter hat große U-Bahn-Pläne, die auf lange Zeit gar nicht finanzierbar sind", schimpft Michael Melnitzki, Listenplatz 4. Das gelte etwa auch für die U9, die eine halbe Milliarde Euro kosten soll – und bei der die Finanzierung noch immer nicht geklärt ist. Melnitzki fordert: "Wir wollen ein Tram-Referat." Der Tram-Ausbau gehe schneller und sei deutlich günstiger.

Ebenso wie die Rathaus-CSU fordert die München-Liste mehr Park-and-Ride-Anlagen an der Stadtgrenze für Pendler. Neu ist jedoch folgende Forderung: "Wir wollen, dass in Absprache mit dem Umland all diese Anlagen mit Trambahnen erschlossen werden, mit denen die Pendler gratis in die Stadt fahren können", sagt Melnitzki.

Mit all diesen Vorschlägen gehe man "extrem optimistisch" in die Wahl, sagt Höpner. Auf Worte folgen Taten – oder vielmehr noch keine: Während andere Parteien längst mit Plakaten die Stadt zugekleistert haben, will die München-Liste sich da noch Zeit lassen. Höpner ganz entspannt: "Wir werden Mitte Februar damit beginnen." Also etwa einen Monat vor der Wahl.

 
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