Know-How vom Profi Im Gelände sicher unterwegs durch Lawinen-Wissen

Im Gelände muss die Gruppe im Ernstfall perfekt funktionieren. Foto: SAAC

Freeriden wird immer beliebter. Durch die „fetten Latten“ der Skihersteller ist es einfacher geworden, sich im Tiefschnee zu bewegen und im freien Gelände zu fahren.

 

München - Die Suche nach unverspurten Hängen und der ersten "Line" wird bei einigen fast schon zu einer Art weißem Rausch. Dabei blenden viele die alpinen Gefahren einfach aus. LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sollten für alle, die abseits der gesicherten Pisten fahren möchten, zur Standardausrüstung gehören. Die Sachen sind schnell zwar schnell gekauft und eingepackt, doch die wenigsten wissen, wie man sie richtig anwendet. Doch genau das kann im Ernstfall entscheidend sein.
Im Durchschnitt hat man etwa eine viertel Stunde Zeit, um den Verschütteten auszugraben. Ab diesem Zeitpunkt sinken die Überlebenschancen rapide. Regelmäßig das Material zu checken und die Verschüttetensuche zu üben ist lebenswichtig. Um es jedoch gar nicht erst soweit kommen zu lassen gibt es Vereine und Institutionen, die auf die alpinen Gefahren aufmerksam machen und zu Eigenverantwortung animieren. Die österreichische Initiative SAAC (snow & alpine awareness camps) zum Beispiel, bietet jährlich zwischen 25 und 30 kostenlose Basic Lawinencamps in verschiedenen Regionen an.

Mit Lawinenwissen sicher durch den Winter

Die Camps bestehen aus einem etwa dreistündigen Theorie-Teil und einem Praxistag. Die Freerider fahren mit geschulten Bergführern ins Gelände und wiederholen im freien Gelände das gelernte vom Vortag. Man lernt beispielsweise, die Steilheit eines Hanges einzuschätzen bzw. sie mit Hilfe der Skistöcke zu messen oder wie man sich als Gruppe richtig verhält. An dem Theorietag steht nicht das Fahren an sich im Vordergrund, sondern das Analysieren des Geländes. Es soll ein Bewusstsein für mögliche Gefahren und Anzeichen einer Lawine vermittelt werden. Am Morgen die Gruppe gemeinsam den aktuellen Lawinenlagebericht durch und entscheidet anhand der so genannten "Entscheidungsstrategie", welcher Hang bei der aktuellen Lawinenwarnstufe befahrbar ist. Diese Strategie hilft dabei, die komplexe Gefahr der Lawinenbildung anhand von fünf Faktoren leichter zu beurteilen. Aber auch mit den fünf Faktoren ist man noch nicht absolut auf der sicheren Seite, - ein Restrisiko bleibt immer.
Wer also gerne abseits der gesicherten Pisten unterwegs ist, sollte sich mit dem Thema Lawine auseinandersetzen. Es geht um die eigene und um die Sicherheit der anderen Freerider.

Infos zu Lawinen-Kursen: 
www.saac.at, Alpenverein, Skiverband, Skiclubs.

 

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