Kneipen-Zoff Wegen seiner FCN-Jacke: Fürther Wirtin warf Nürnberger raus

Weil er diese Jacke anhatte, wurde Thomas Langer von Wirtin Susi Dresel (Pfeil) hinauskomplimentiert. Foto: Steffen Windschall

FÜRTH War es pure Provokation oder – umgekehrt – ein Akt schlimmster Intoleranz? Weil er mit seiner FCN-Trainingsjacke in der Fürther Traditionskneipe „Gelber Löwe“ auftauchte, geriet der Nürnberger Thomas Langer prompt mit der Wirtin aneinander. Das Ende vom Lied: Langer verließ die Kneipe – unter dem Applaus einiger Gäste.

Er war mit seiner Frau und zwei Freundinnen Sushi essen – anschließend wollte das Quartett auf einen Absacker in die Fürther City. „Ich hab von der Wiedereröffnung des Gelben Löwen gehört, also sind wir in die Gustavstraße gefahren“, berichtet der Fotograf. Da es draußen kühler wurde, griff Langer zum einzigen langärmligen Kleidungsstück im Auto – der besagten Club-Jacke von Adidas, die Ex-Trainer Michael Oenning berühmt gemacht hat. Aber Langer ist eben nicht Oenning und die Gustavstraße nicht in Nürnberg: „Kaum hatten wir Platz genommen, gingen Frotzeleien mit Gästen an den Nachbartischen los“. Die Mehrheit der Kleeblatt-Freunde habe aber, sagt Langer, die „rot-schwarze Invasion“ mit Humor genommen, auch die Bedienung, bei der Langer ein Radler und drei Aperol Sprizz bestellte.

"Ich bin doch gelernter Fürther"

Bevor die Getränke kamen, erschien aber Chefin Susi Dresel am Tisch – und bat Langer, die Jacke auszuziehen. „Ich hab gesehen, der macht keinen Ärger“, räumte sie auf AZ-Nachfrage ein. Aber: „Das Lokal war voll mit Kleeblatt-Fans.“ Um Ärger mit der versammelten SpVgg-Gemeinde zu vermeiden – und nicht zuletzt zu Langers Schutz – wollte und will sie „kein Rot-Schwarz im Gelben Löwen“. Langer weigerte sich, die Klamotte abzulegen – und verließ in letzter Konsequenz das Lokal, ohne einen Schluck von seinem Radler getrunken zu haben.

Während die Wirtin auf ihren Ärger mit lärmenden Fußball-Fans verweist und jeden Konflikt schon im Keim ersticken will, hält Langer ihre Reaktion für total überzogen: „Ich bin ja nicht mal wirklicher Club-Fan, hab mit dem Verein hauptsächlich jobmäßig zu tun“, sagt der Lichtbildner. Außerdem: „Ich bin gelernter Fürther, hier geboren und zur Schule gegangen.“

Susi Dresel ist das wurscht: „Ich würde mich ja auch nicht im weiß-grünen Trikot in eine FCN-Kneipe am Dutzendteich setzen.“

 

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