Klinikum Augustinum Krankenpflegerin beklaut Sterbenden

Unfassbar: Eine Krankenpflegerin plündert das Konto eines schwer herzkranken 83-jährigen Patienten.

 

München - In Krankenschwesterntracht ist die 32-Jährige auf den Fotos der automatischen Überwachungskameras sehr gut zu sehen: Am 29.März hebt sie 1000 Euro an einem EC-Automaten der Sparkasse ab, weitere 1000 und noch einmal 239 Euro holt sie sich später bei der Vereinsbank. Am nächsten Tag zieht sie wieder 1500 Euro in einer Sparkasse. Macht zusammen 3789 Euro.

Ganz schön viel Kohle – die aber gar nicht ihre war. Das Geld gehörte einem sehr kranken Mann, ihrem 83-jährigen Patienten. Fünf Tage vor seinem Tod plünderte die Krankenpflegerin sein Girokonto. Derweil lag er im Klinikum Augustinum bereits im Sterben.

Die EC-Karte hatte die alleinerziehende Mutter von vier Kindern aus dem Geldbeutel ihres Patienten gestohlen. Die PIN-Nummer musste sie erst entschlüsseln. Der Rentner aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck hatte sie als Telefonnummer getarnt auf einem Zettel in seine Geldbörse gesteckt. Der 83-Jährige sollte am Herzen operiert werden. Doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich immer mehr.

Fünf Tage, nachdem die diebische Pflegeschwester ihn bestohlen hatte, verstarb er. Ein abscheuliches Verbrechen, das ohne die Tochter des Rentners vermutlich nie entdeckt worden wäre. Als sie die Kontoauszüge ihres Vaters nach dessen Tod überprüfte, fiel ihr auf, dass von seinem Girokonto mehr als 3500 Euro abgehoben worden waren – ausgerechnet zu der Zeit, als er todkrank im Klinikbett lag.

Die Tochter erstattete Anzeige. Als die Polizei die Bilder der Überwachungskameras auswertete, war jedesmal die Krankenpflegerin zu sehen. Das sei ein „Systemfehler“, ein „technischer Defekt“, versuchte sie sich noch herauszureden – sie arbeitet erst seit wenigen Monaten im Augustinum. Den Job ist sie wohl los – und die Tochter wird das Geld auch nicht mehr sehen. Das ist längst ausgegeben.

 

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