Klassik Das frohe Fest des Musikbeamtentums

Könnte ein Professor für Altgriechisch in Oxford sein: Der Bonner Dirk Joeres. Foto: Hagen Willsch

Enttäuschend: Das Royal Philharmonic Orchestra gastierte in der Philharmonie

 

Charles Dutoit ist der zukünftige, Daniele Gatti gegenwärtig noch Chef des Royal Philharmonic Orchestra. Auf Tournee gehen die Londoner jedoch mit Dirk Joeres, dem neue Programmformate und interessante Ideen für die Arbeit mit Kindern nachgesagt werden.

Nicht nur angesichts des Altersdurchschnitts in Hörtnagels Pro Musica Abo ist der professorale Herr eine Fehlbesetzung. Der Schlussakkord von Elgars „Enigma-Variationen“ wurde unter seiner Leitung schlitternd wie nach einer Vollbremsung auf Glatteis mit Ach und Krach erreicht. Zuvor trumpfte die Blech-Gruppe markig, aber nie ganz sauber auf, und in der zarten Dorabella-Variation nahmen die Holzbläser ihre Begleitfiguren wichtiger als die Melodie des Bratschen-Solos.

In Webers „Oberon“Ouvertüre und der „Schottischen“ von Mendelssohn Bartholdy wurde ohne Rücksicht auf Verluste mit satter Lautstärke drauflos musiziert. Die romantische Noblesse blieb auf der Strecke. Jedes Münchner Groß-Orchester spielt diese Werke an einem miserablen Abend aufregender. Kein Wunder, dass nicht viele so etwas hören wollen.

RBR

 

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