Klartext vom Löwen-Liebling Ex-Kapitän Vallori: So lief das unter Poschner

Im Juli 2016 wurden Gui Vallori und Richard Neudecker verabschiedet. Alle anderen Anwesenden sind auch schon längst verabschiedet worden (inklusive Stadion) Foto: Rauchensteiner/Augenklick

2014 wollte der TSV 1860 mit aller Macht in die Bundesliga. Ex-Kapitän Gui Vallori erinnert sich und gewährt brisante Einblicke in die chaotische Ära von Sportdirektor Poschner.

 

München - Nein, gut zu sprechen ist Guillermo Vallori immer noch nicht auf Gerhard Poschner. Das Kämpferherz des mittlerweile 35-Jährigen, der momentan für Atlético Baleares in der spanischen dritten Liga spielt, hängt nach wie vor an den Löwen. Dabei wurde er 2014 - als amtierender Kapitän - regelrecht abserviert vom damaligen Sportdirektor Gerhard Poschner.

So wollte Poschner Vallori nach Zypern locken

Wie die Demontage des Kapitäns von sich ging schildert Gui Vallori ausführlich in seiner Video-Kolumne beim Onlineportal 1860-news.de. Ähnlich wird es vermutlich auch anderen Vereinsikonen, wie Benny Lauth oder Gabor Kiraly ergangen sein. Demnach sagte Poschner Vallori, dass er nur die fünfte Option sei, und er sich lieber anderweitig umschauen sollte. Ein passendes Angebot aus Zypern, von Nikosia, hatte der damalige Geschäftsführer bereits parat. "Gutes Leben, gutes Geld, Haus, Pool. Es ist deine Entscheidung, aber du kennst unsere Meinung", schildert Vallori.

Poschner: Vallori wird keine Minute spielen

Nachdem Vallori gegen den Willen von Poschner dennoch bei 1860 blieb, wurde es dem Kapitän besonders schwer gemacht. So wurde seine Stellung im Team systematisch untergraben. "Er wird keine Minute spielen, er ist alt", erklärte Poschner damals dem spanischen Neuzugang Ilie Sánchez. Auch für Trainer Ricardo Moniz wurde Vallori zum Verhängnis.

Schwierige Beziehung zwischen Moniz und Poschner

Nach einer "intensiven Vorbereitung" erkämpfte sich Vallori - anders als vom Vorstand geplant - einen Stammplatz in der Innenverteidigung. Die Berücksichtigung sportlicher Leistungen kam nicht gut an. "Die Beziehung zwischen Poschner und Moniz war nicht optimal. Der Plan von Poschner war, dass Vallori nicht mehr für Sechzig spielt", so der Innenverteidiger.

So verzockten sich die Löwen gegen Kaiserslautern

 

Besonders grotesk wird die Schilderung vom ersten Spieltag beim 1.FC Kaiserslautern. Die Löwen führten 2:0 und waren in Überzahl, doch statt das Ergebnis zu verwalten, wollten die Löwen zur Halbzeit einen Kantersieg erzielen und bekamen direkt die Quittung. Am Ende verloren sie 2:3. Ein wegweisendes Spiel für Vallori in eine katastrophale Saison.

An deren Ende wurde Valloris Vertrag verlängert, während Moniz schon längst Geschichte war und Gerhard Poschner entmachtet. Doch auch in der Folgezeit sollte es bekanntlich nicht besser werden. So muss Vallori seine Löwen mittlerweile per Livestream in der vierten Liga verfolgen.

Lesen Sie hier. Programmtipp: ARD zeigt Doku über den Niedergang von 1860

 

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