Kino: "Men in Black 3" Will Smith wieder auf Alienjagd

Die „Men in Black” gehen in die dritte Runde. Und trotz eines Zeitsprungs in die Sixties und einem neuen, alten Partner für Will Smith bleibt alles beim Alten: Gute Tricks, nette Sprüche, flacher Plot

 

So ein Sprung vom Chrysler Building kann ganz schön lange dauern – jedenfalls, wenn man auch noch in einer anderen Zeit aufkommen will. In wenigen Sekunden rauschen beim schreienden Agent J (Will Smith) Jahrmillionen vorbei, blökende Dinosaurier und Börsencrash geschädigte Selbstmörder inklusive.

Der Sturz in die Vergangenheit ist ein visuelles Kabinettstückchen, aufgeladen mit so vielen Verweisen und Zitaten, dass das Hirn gar nicht mehr mitkommt. Der Bilderrausch im Zeitraffer kommt in „Men in Black 3” aber auch an entscheidender Stelle: Es heißt Abschied nehmen von den lieb gewonnenen Hahnenkämpfen zwischen der aufgedrehten Gute-Laune-Maschine Will Smith und dem knorrigen Tommy Lee Jones.

Boris the animal ist verantwortlich dafür, dass das Alienjäger-Duo schmerzhaft auseinandergerissen wird. Denn das hässlich lachende Monster kann nicht nur ein skorpionartiges Krabbelvieh, sondern auch Agent K (Jones) verschwinden lassen. Der Trick dabei ist eine Zeitreise: Boris bricht aus einem Mondgefängnis aus, um am 16. Juli 1969, dem Startschuss für die erste Mondlandung, den jungen K zu töten. Der Agent hatte ihm an diesem Tag nicht nur den Arm abgeschossen, sondern auch verhindert, dass seine vernichtenden Artgenossen die Erde heimsuchen.

Barry Sonnenfeld wickelt den Zuschauer in „Men in Black 3” im überflüssigen 3D listig um die Zeitschleife, weil er weiß, dass die Geschichte der Filmreihe eigentlich auserzählt ist. Das zeigt sich vor allem in der ersten halben Stunde, als selbst eine schleimige Schlacht in einem China-Restaurant nur für müde Lacher sorgt. Der Zeitsprung ermöglicht es aber, dass Agent J einen jungen K kennenlernt, der mehr ist als ein ausgebrannter Zyniker.

Dieser Mann hat noch Feuer, nicht nur im Kampf gegen Aliens, sondern auch für Frauen. Josh Brolin imitiert genial die Minimal-Mimik von Jones, und harmoniert bestens mit Smith. Weniger gewitzt fällt Ks Clash mit der nicht immer guten alten Zeit aus. Ein Besuch in der Warhol-Factory, ein paar Rassismus-Anspielungen. Das war’s. Aber man braucht nicht nur den rätselhaften, „Men in Black”-Zukunftsprognostiker Griffin zu befragen, um zu erahnen, dass auch dieser Teil ein Riesenerfolg wird.

Kino: Cadillac, Cincinnati, Cinema (OV) , Cinemaxx, Gabriel, Mathäser (auch OV), Münchner Freiheit, Royal
R: Barry Sonnenfeld (USA, 106 Min.)

 

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