Kino-Kritik "Maleficent: Macht der Finsternis" - Dornröschen im Bilderrausch

Aurora (Elle Fanning), Maleficient (Angelina Jolie) und Diaval (Sam Riley). Foto: Disney

Star-Schauspielerin Angelina Jolie spielt wieder die böse Fee im opulenten "Maleficent: Mächte der Finsternis". Auf den erfolgreichen ersten Film aus dem Jahre 2014 folgt nun die Fortsetzung.

 

Märchen garantieren im Kino Entspannung, weiß man doch: Alles wird gut. Wenn hier die Figuren im fulminanten Farbenfeuerwerk lieben, hassen, kämpfen und intrigieren, ist das alles eine Nummer größer als sonst. Schließlich ist Disney am Werk. Schon 2014 brachte die US-Company "Maleficent – Die dunkle Fee" mit mehr als 750 Millionen Dollar Einspiel weltweit ins Kino. Jetzt gibt‘s die Fortsetzung, wenn auch mit Verspätung.

"Maleficent: Mächte der Finsternis" -  Angelina Jolie in der Hauptrolle

Angelina Jolie, die erneut die Titelrolle spielt, ließ sich lange bitten, wollte sich lieber als Regisseurin profilieren. Doch dann mimte sie wieder Maleficent. Die von ihr einst wachgeküsste menschliche Ziehtochter Aurora (Elle Fanning) ist inzwischen erwachsen und will die magischen Wesen der Moore verlassen, um ihren herzallerliebsten Prinzen Phillip (Harris Dickinson) zu heiraten. Dazu muss sie wieder ins Menschenreich zurückkehren.


Dass ihre königliche Schwiegermutter in spe (Michelle Pfeiffer) hinterhältige Pläne schmiedet, um den erhofften Frieden zwischen dem Königreich Ulstead und dem Reich der Moore zu torpedieren, ahnt sie nicht. Wenn Jolie und Pfeiffer sich beim festlichen Mahl mit den Augen taxieren und symbolisch die Klingen kreuzen, ist das ein schauspielerischer Höhepunkt.

"Maleficent: Mächte der Finsternis" - Fantasy-Abenteuer und Herz-Schmerz

Der neue Regisseur Joachim Rønning zieht in dieser rauschhaften Dornröschen-Variante visuell alle Register. Mit der unterschiedlichen Lichtsetzung kreierte Kameramann Henry Braham besondere Stimmungen für die unterschiedlichen Welten. Neben einer Reihe neuer Fabelwesen meldet sich das quietschfidele Feentrio Knotgras, Thistlewit und Flittle (Imelda Staunton, Juno Temple und Lesley Manville) mit viel Witz zurück. Fanning, in der Erstausgabe 14 und inzwischen schon 21, stromert naiv und mit süßen rosa Bäckchen durch die Handlung, die rosa Blumenknospen passen himmlisch schön zum rosa Kleid – eine Orgie in Pastell. Den komplexeren Part hat Jolie, die – als Außenseiterin mit Flügeln, Hörnern, kaltem Blick und hohen Wangenknochen – nicht nur Finsternis repräsentiert, sondern auch Fragilität und verborgene Gefühle zeigen darf.

In diesem Fantasy-Abenteuer mit Schauwert und einer vollen Dosis Herz-Schmerz geht es nicht nur um Effekte, sondern auch um eine universelle, wenn auch etwas platte Botschaft. Es zählt nicht, woher wir kommen oder wer wir sind, sondern von wem wir geliebt werden.Und dann? Hochzeit, Kuss und Schluss.


Kinos: Museum-Lichtspiele (OV, 2D), Cinema (OV, 2D/3D), Cinemaxx (dt., 2D/3D), Mathäser Filmpalast (dt./OV, jeweils 2D oder 3D) 

Regie: Joachim Rønning (USA 2019, 119 Min.)

 

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