Kinderpornos: Hier kamen die Azov-Filme an Edathy her Deutscher Kameramann filmte die nackten Jungen in Rumänien

Den weltweite Schlag gegen die Kinderporno-Mafia zeigt diese Grafik der Polizei von Toronto vom November 2013. Foto: Toronto Police Service

Der SPD-Politiker Edathy bestellte Filme in Toronto – viele dieser Streifen drehte der Deutsche Markus R. mit rumänischen Kindern

Toronto / Satu Mare - Der 14. November 2013 war ein großer Tag für Torontos Polizei-Chef Bill Blair: Nach drei Jahren Ermittlungsarbeit gab er bekannt, dass seine Behörde mit dem sogenannten „Project Spade“ (dt.: „Operation Spaten“) einen international agierenden Kinderporno-Ring zerschlagen hat.

341 Menschen wurden weltweit in mehr als 50 Ländern verhaftet, später korrigierte die Behörde die Zahl auf 348. Polizei-Abgesandte aus 30 Ländern reisten nach Kanada, um bei der Verkündung des Erfolgs dabei zu sein. 386 Kinder wurden aus den Fängen der Kinderporno-Mafia gerettet.

Drahtzieher in diesem weltweiten Netz war der Kanadier Brian Way – er wartet in Toronto auf seinem Prozess. Sein Unternehmen – Azov Films – soll insgesamt mehr als vier Millionen Euro Gewinn gemacht haben. Mit Filmen, die ihm vor allem aus Osteuropa zugeliefert worden sind.

Zum Beispiel von dem deutschen Kameramann Markus R.: Den hatte es 2001 nach Satu Mare im Norden Rumäniens verschlagen. Dort und später auch im 90 Kilometer südlich gelegenen Zalau erschlich er sich das Vertrauen von Kindern. Er gab sich als Karate-Lehrer aus, der kostenlose Kurse anbietet.

Dann filmt er die Buben nackt. Für diese Filme bekam er von Brian Way 1000 bis 3000 Euro pro Stück. Der Kanadier bot sie für 24,95 Dollar auf seiner Web-Site an – als sogenanntes „Stimulus Package“.

Den Buben gab Markus R. umgerechnet 5 Euro für ihre Mitwirkung. Die anfangs 12-, 13- oder 14-Jährigen mussten sich mit Öl einreiben und sich an den Genitalien anfassen. Der Jüngste von ihnen war acht Jahre alt. Ursprünglich war R. bei einem Holz verarbeitenden Betrieb angestellt. Dann verlor er seinen Job und verdiente seinen kompletten Lebensunterhalt ab 2007 durch den Vertrieb der Filme.

Ein Vater entdeckte 2010 das Treiben des vermeintlich harmlosen Deutschen. Die Polizei stoppte Markus R. in seinem Auto in Begleitung mehrerer Buben.

Er wurde 2010 in Rumänien zu drei Jahren Haft verurteilt. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß und hält sich mutmaßlich in Deutschland auf.

Einer der Jungen, der sich mit Markus R. im Auto befand, war der damals 15-Jährige Cristi. Der Deutsche hatte über Jahre hinweg sein Vertrauen und das seiner Familie erschlichen: „Er hat ihm einen Karate-Anzug gekauft, hat Ausflüge mit ihm gemacht“, erinnert sich heute seine Mutter Maria im Gespräch mit dem „Toronto Star“

„Wir haben nicht verstanden, warum er sich mit uns armen Menschen abgegeben hat – für uns und das ganze Dorf war er wie ein Robin Hood.“ Cristis Mutter Maria schildert, wie der jahrelange Missbrauch ihren Sohn verändert hat: „Es war wie eine Atombomben-Explosion“, sagt sie. „Er ist ein völlig anderer Junge. Er war ein guter Schüler, er wollte es nach oben schaffen. Jetzt hat er keinen Ehrgeiz mehr.“

Hintergrund-Informationen:

Die "Operation Spaten" auf Deutsch und auf Englisch

Die Pressemitteilung der Toronto Police vom 14. November 2013

Die Artikel des "Toronto Star" zum Ursprung der Filme:

"Wie ein Mann ein ganzes Dorf verführte"

"Der Brief des Kinderpornografen an sein Opfer"

Ein Video des Star-Reporters aus Rumänien

 

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