Kindermord in Dortmund Freundin des Vaters unter Verdacht

Nach dem gewaltsamen Tod von drei Kindern in Dortmund richtet sich der Tatverdacht gegen die 30 Jahre alte Lebensgefährtin des Vaters. Die Frau wurde nach dpa-Informationen bereits am Freitag festgenommen. Noch am Samstag sollte entschieden werden, ob sie dem Haftrichter vorgeführt wird.

 

Dortmund - Die Leichen eines vierjährigen Jungen und seiner zwölf Jahre alten Schwester waren am Freitagmorgen nach einem Feuer in der Wohnung der Familie in der nördlichen Dortmunder Innenstadt gefunden worden. Der zehnjährige Bruder der beiden starb wenig später im Krankenhaus. Die Obduktionen ergaben, dass alle durch eine Gewalttat starben.

Zu den genauen Todesumständen machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Der Zehnjährige starb "nicht durch den Brand oder Rauchgas, sondern durch Gewalteinwirkung", hatte ein Polizeisprecher am Freitag gesagt. Mehreren Medienberichten zufolge sollen an der Leiche des Jungen Stichverletzungen gefunden worden sein. Dazu wollte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

Gegen den 41 Jahre alten Vater gibt es keinen Tatverdacht. "Er wurde nach einer ersten Befragung in die Obhut seiner Angehörigen übergeben", hatten Polizei und Staatsanwaltschaft bereits am Freitag mitgeteilt. Die Geschwister lebten mit dem Vater zusammen. Die Mutter starb vor knapp drei Jahren. Weitere Einzelheiten wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am späten Samstagnachmittag mitteilen.

Die Geschwister lebten mit dem Vater zusammen. Die Mutter war vor knapp drei Jahren im sauerländischen Werdohl bei dem Versuch zu Tode gestürzt, über einen Balkon in ihre irrtümlich verschlossene Wohnung zu gelangen. In der Wohnung befand sich damals das jüngste der Kinder, erst ein Jahr alt. Die 28-Jährige hatte ihre Wohnung verlassen, dann fiel die Tür zu. Sie versuchte anschließend, von einem darüber in der fünften Etage gelegenen Balkon hinabzuklettern. Ein Seil, was sie absichern sollte, riss dabei. Beim Sturz wurde sie tödlich verletzt.

Zur Brandzeit soll der Vater nicht in der Wohnung gewesen sein. Nachbarn berichteten, er habe die Wohnung früh am Morgen vor dem Brand verlassen. Später sei auch seine Lebensgefährtin aus dem Haus gekommen. Die Frau wurde am Freitag vernommen, soll sich aber nach dpa-Informationen nicht zur Tat geäußert haben.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte es bei der Familie gebrannt. Damals hatten die Ermittler zündelnde Kinder verantwortlich gemacht. Die Wohnung im Obergeschoss desselben Mietshauses wurde verwüstet. Die obdachlos gewordene Familie fand schließlich im Erdgeschoss des Hauses Unterschlupf. Dort ereignete sich nun die Tragödie. Eine Sprecherin der Stadt Dortmund sagte den "Ruhr Nachrichten" (Samstag), die Familie sei dem Jugendamt bekannt gewesen.

 

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