Kian Soltani Liebe auf den ersten Blick

Kian Soltani in der Gebirgslandschaft seiner Heimat Vorarlberg. Foto: Holger Hage/Deutsche Grammophon

Der junge Cellist Kian Soltani über das „Instrument des Jahres“ und sein Konzert im Herkulessaal

 

m Dezember spielte er mit dem Kammerorchester der Münchner Philharmoniker im Prinzregententheater. Nun kehrt er mit seinem Klavierpartner Aaron Pilsan nach München zurück – zu einem Konzert der Reihe „Klassik vor acht“ im Herkulessaal. Das Programm lehnt sich an die eben bei der Deutschen Grammophon erschienene gemeinsame Platte an.

AZ: Herr Soltani, die Landesmusikräte haben für 2018 das „Jahr des Cellos“ ausgerufen. Wie kamen Sie zu dem Instrument?
KIAN SOLTANI: Ich stamme aus einer Musikerfamilie. Das Cello ist das Lieblingsinstrument meiner Mutter. Sie hat mir eine Unterrichtsstunde geschenkt. Ich habe mich sofort in das Instrument verliebt – auch, weil mein drei Jahre älterer Cousin ebenfalls Cello spielt. Ich wollte immer so sein wie er. Das war ein großer Ansporn für mich.

Was mögen Sie am Cello?
Es ist sehr vielseitig: Das Cello spielt den Bass in der Kammermusik, aber es kann sich auch in einen sehr brillanten Solisten verwandeln. Wer gerne viel Verschiedenes macht, für den ist es das ideale Instrument.

Ihr Klavierpartner Aaron Pilsan kommt wie Sie auch aus Vorarlberg. Wie lange spielen Sie schon zusammen?
Vorarlberg ist nicht groß. Wir sind oft auf den gleichen Vorspiel-Abenden aufgetreten und haben einander oft gehört, sind aber nie zusammen aufgetreten. Erst vor fünf Jahren hatte ich die Idee, mit ihm zusammen etwas zu machen. Das klappte gut, und noch im gleichen Jahr traten wir bei der Schubertiade in Hohenems auf.

Sie sind auch Solo-Cellist des West-Eastern Divan Orchestra.
Das ist kein Job mit Vertrag. Das Orchester formiert sich von Projekt zu Projekt. Ich war die letzten vier Jahre dabei und mache noch eine Tournee im November als Solist im „Don Quixote“ von Richard Strauss. Aber in der Zukunft sind keine weiteren gemeinsamen Projekte geplant.

Ich nehme an, Sie spielen da aber nicht als Vorarlberger.
Ich bin nicht der einzige Musiker im West-Eastern Divan Orchesta mit ethnischen Wurzeln aus dem Nahen Osten, der in einem anderen Land aufgewachsen ist. Bei diesem von Daniel Barenboim gegründeten Orchester geht es um einen gemeinsamen Geist und eine symbolische Bedeutung.

Wie wichtig ist Ihre Herkunft für Sie?
Ich fühle mich als Österreicher, spreche mit meinen Eltern aber persisch. Mein Vater hat zu Hause auch viel persische Musik gespielt.

Im Konzert spielen Sie „Folk Songs“ von Reza Vali. Wer ist dieser Komponist?
Vali wurde 1952 im Iran geboren. Er studierte ab 1972 in Wien und lebt heute in den USA. Vali verbindet seine eigene musikalische Sprache mit bekannten persischen Volksliedern, die er als Themen verwendet.

Warum bringen Sie im Konzert Schuberts Arpeggione-Sonate mit der Sonate von César Franck zusammen?
Ich wollte ein kontrastreiches Programm zusammenstellen mit Wiener Klassik am Beginn, einem neuen Stück in der Mitte und einem romantischen Knüller am Ende. Auf der CD ist die Franck-Sonate nicht enthalten. Da stehen Valis „Folk Songs“ Liedern von Robert Schumann in der Fassung für Cello und Klavier gegenüber, die ich mit Aaron Pilsan schon bei unserem ersten gemeinsamen Konzert gespielt habe.

Was mögen Sie lieber - Auftritte mit Orchester oder Kammermusik?
Das eine kann das andere nicht ersetzen. Viele Komponisten zeigen sich gerade bei der kleineren Form von ihrer besten Seite. Und Auftritte mit Orchester sind Kammermusik im großen Stil.

Soltani und Pilsan spielen am Montag, den 29. Januar, um 18.30 Uhr im Herkulessaal. Ihre CD erschien bei der Deutschen Grammophon

 

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