KI gegen Hass-Propaganda Kritik an Facebook-Forschung in München

Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin von Facebook, bei ihrer Rede in München. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Mit künstlicher Intelligenz will der Social-Media-Riese Facebook mit Hilfe der TU München gegen Hass-Postings im Internet vorgehen. Nun gibt es Kritik an dem Projekt.

Update vom 21. Januar 2019:

Das amerikanische Unternehmen Facebook will in Kooperation mit der TU München künstliche Intelligenz erforschen. Nun gibt es Kritik an der 6,5 Millionen schweren Drittmittelfinanzierung. Die forschungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Anne Franke, kritisiert, dass man so der Forschung "goldene Zügel" anlege.

Die Unabhängigkeit des geplanten Instituts sicherzustellen, sei durch die Unternehmensfinanzierung schwierig.

Erstmeldung vom 20. Januar 2019

München – Der nach Datenskandalen kritisierte US-Konzern Facebook investiert Millionen für die Erforschung ethischer Fragen rund um künstliche Intelligenz (KI) in München. Insgesamt 7,5 Millionen Dollar sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren an das neue unabhängige Institut für Ethik in künstlicher Intelligenz fließen, wie Facebook am Sonntag ankündigte. Partner ist die Technische Universität (TU). "Wir sind nicht dasselbe Unternehmen wie 2016 oder auch noch vor einem Jahr", versicherte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg bei einem Auftritt in München.

Facebook ist in die Kritik geraten, weil das Unternehmen jahrelang die Verbreitung von Hasspropaganda duldete. Der Konzern hat das Vorgehen dagegen mittlerweile deutlich verschärft. Das Unternehmen setzt auch KI-Software ein, um Hassinhalte oder Terrorpropaganda zu finden und zu löschen.

Facebook will Forschungsergebnisse zur Verfügung stellen

Das neue Münchner Institut soll diverse Aspekte künstlicher Intelligenz wie Fairness, Transparenz und Sicherheit untersuchen, hieß es am Rande der Innovationskonferenz DLD in München. Die Ergebnisse sollen Gesellschaft, Wirtschaft sowie Gesetzgebern zur Verfügung gestellt werden. Von Facebook kommt die Anschubfinanzierung, das Institut will sich aber auch um Geld von weiteren Partnern bemühen. Das Institut wird von Professor Christoph Lütge von der TU München geleitet.

"Facebook setzt ein wichtiges Zeichen: Auch Global Player stehen bei der digitalen Revolution in der Verantwortung", erklärte Digitalministerin Judith Gerlach (CSU). "Profit verpflichtet."

 

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