Keshin: Im Namen des Khans Gnadenlose Action mit einigen Startschwierigkeiten

Das Cover von "Keshin: Im Namen des Khans" Foto: Patrick Schürch/ Shaker Media

Action-Romane gibt es in Hülle und Fülle. Was braucht es da, um herauszustechen? Erstmal eine gehörige Portion Action, eine ansprechende Handlung und vielleicht etwas Tiefsinn. Keshin: Im Namen des Khans erfüllt dieses Erwartungen – größtenteils.

 

Der Buchmarkt ist praktisch überschwemmt. Täglich erscheinen neue Bücher, seien es Thriller, Fantasy, Science-Fiction, Dramen oder Action-Romane. „Keshin: Im Namen des Khans“ von Ali Vahid Roodsari ist letzteres. Es vereint eine schnelle Handlung in vielen verschiedenen Schauplätzen, Charakteren und einigen überraschenden Wendungen.

Im Grunde genommen handelt das Buch über den Krieg zwischen zwei Fraktionen in einer fiktiven Welt. Auf der einen Seite das westliche Imperium, eine faschistische Militärdiktatur unter der Führung eines Khans und auf der anderen Seite im Osten des Kontinents steht die Republik. Dabei handelt es sich um einen losen Staatenbund, der aus der Asche eine anderen Nation entstanden ist.

Hauptsächlich dreht sich die Handlung um ein sogenanntes „Keshin“ (Sondereinsatztruppe), welche verschiedene Missionen im Namen des Khans erfüllt.

Lesen oder nicht lesen

Nach einem sehr starken Prolog, der zum Weiterlesen animiert, fragt sich der eine oder andere Leser vielleicht, ob er das Buch nicht lieber aus der Hand legen sollte. Hier sei geraten, es nicht zu tun!

Die Handlung an sich ist auf diesen 100 Seiten zwar nicht das abschreckende, aber die vielen verschiedenen Namen für die Charaktere (Code- und Vornamen) und ihre Persönlichkeiten sowie der stetige Perspektivenwechseln können anfangs verwirrend wirken.

So verhielt sich einer der Männer, Ben „Bodol“ Karensy, gar nicht so, wie man es von einem Elitesoldaten erwarten würde. Er ist zwar ein guter Kämpfer, aber stetig geistesabwesend und mehr als komisch. Später würde diese Tatsache dann aber überzeugend erklärt.

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Trotz dieser Anfangsschwächen überzeugt das Buch jedoch spätestens nach der Einführungsmission. Die Charaktere haben sich gefestigt und die Handlung kommt langsam in Fahrt und entwickelt sich auf den nächsten 500 Seiten in eine positive und actionlastige Richtung. Um es kurz zu fassen: Das „Keshin“ erhält – gezwungenermaßen – einen Spezialauftrag, dessen Erfüllung das oberste Ziel von Truppenführer Jakob „Udir“ von Haberfeste ist. Die Folge sind zahlreiche Kampfszenen. Die Actionszenen sind vom Autor sehr bildhaft beschrieben und dem Leser dürfte es leicht fallen, sich in die Situation der Soldaten hineinzuversetzen.

Lieber eine Rückblende zu viel als zu wenig

Damit der Leser auch einen besseren Einblick in das Keshin erhalten kann, benutzt der Autor gelegentlich Rückblenden. Diese sind gut geschrieben, die erste Rückblende ist jedoch – so wie der ganze Anfang des Buches – mehr verwirrend als der Handlung förderlich. Die restlichen passen sich aber nahtlos in die Geschichte ein.

Schlussgedanken

An sich ist „Keshin: Im Namen des Khans“ ein gutes Buch, das leider ein paar Tippfehler zu viel hat. Anfangs ist es ein wenig langatmig und irritierend, steigert sich dann aber mit jeder Seite. Die Handlung ist spannend und gut aufgebaut, einige der Charaktere haben ihre Schwächen, sind aber größtenteils erinnerungswürdig. Die Action-Szenen – so wie auch der Rest des Buches – sind gut und bildhaft geschrieben. Abgerundet wird die Geschichte durch die Rückblenden und Wendungen.

Alles in allem für Fans von gnadenloser Action zu empfehlen. Alle anderen sollten einen Blick ins kostengünstigere E-Book werfen.

 

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