Keiner jagt die Bayern Der Frust der Verfolger

Weder Borussia Dortmund, noch der FC Schalke oder Eintracht Frankfurt gewinnen – der Abstand zum FC Bayern wird damit immer größer

 

München Das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr) lag wie ein Schatten über der ersten Hälfte des 14. Bundesliga-Spieltags. Weil von den Bayern-Verfolgern aus Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt keiner gewinnen konnte, geht der FC Bayern am Samstag auf jeden Fall und unabhängig vom Ausgang seiner Partie in Freiburg (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht begonnen) mit einem ordentlichen Vorsprung ins Heimspiel gegen den Titelverteidiger.

Der Frust der Verfolger war bei allen drei Teams groß. Nach dem 1:1 der Dortmunder gegen Fortuna Düsseldorf musste sich BVB-Trainer Jürgen Klopp den Vorwurf gefallen lassen, er habe die angeschlagenen Kreativkräfte Ilkay Gündogan und Mario Götze für das Spitzenspiel in München geschont. Das wollte Klopp so nicht gelten lassen: „Nee, das hat nichts mit Rotation zu tun.“ Klopp meinte: „Es war zur Halbzeit alles angerichtet. Aber wir hatten unser Gegenpressing heute nicht im Angebot. Und Gegenpressing ist bei uns kein Vorschlag, sondern Pflicht.“

Während Klopp also eher zurückhaltend reagierte, ließ Abwehrspieler Neven Subotic seinem Frust freien Lauf: „Ja, wir haben uns verzockt, zu wenig Risiko genommen und dafür Lehrgeld bezahlt. Jetzt sind wir auch schlauer. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“ Kapitän Sebastian Kehl vermisste derweil die „Gier“: „Natürlich ist es immer schwer, sich wieder neu einzustellen. Heute haben wir das nicht hinbekommen.“

Für BVB-Sportdirektor Miachel Zorc war der verpasste Sieg weniger ein Rückschlag im Kampf um den Titel mit dem FC Bayern, sondern vielmehr eine vergebene Chance, sich von den Verfolgern wie Eintracht Frankfurt und dem FC Schalke 04 abzusetzen: „Das ist ärgerlich.“

Nicht weniger groß war der Frust in Gelsenkirchen nach der 1:3-Niederlage beim Hamburger SV. „Wir haben unsere Leistung nicht gebracht“, sagte Schalke-Trainer Huub Stevens. Kapitän Benedikt Höwedes sprach die Missstände offen an: „Vorne nutzen wir unsere Chancen nicht, hinten machen wir die entscheidenden Fehler. Das ist völlig unnötig und darf uns nicht passieren. Aber von einer Krise würde ich nicht sprechen.“ Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass Schalke im November nur vier Punkte geholt hat und drei Auswärtsniederlagen in Folge aufweist.

Weit größere Sorgen als in Dortmund und Gelsenkirchen herrschen nach der 1:3-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 bei Eintracht Frankfurt vor. Der furios in die Saison gestartete Aufsteiger wirkt längst nicht mehr so gefestigt wie zu Saisonbeginn. Ein ähnlicher Absturz wie vor zwei Jahren, als die Eintracht nach einer starken Hinrunde noch abstieg, soll unbedingt vermieden werden. Groß sind die Sorgen auch deshalb, weil Trainer Armin Veh zunehmend das Personal ausgeht. „Das ist ein drastisches Szenario. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir gefestigt sind“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Veh selbst klagte: „Das Ganze ist bei uns auf Kante genäht.“ Als Bayern-Verfolger kommen die Frankfurter so jedenfalls nicht in Frage.

Ganz anders ist die Stimmungslage in Dortmund vor dem Gipfeltreffen: „Nach nicht so gelungenen Spielen haben wir stets eine positive Reaktion gezeigt. Das ist unser Markenzeichen“, sagte Neven Subotic und schickte damit gleich eine Kampfansage nach München.

 

0 Kommentare