Keine Plantage bei den Stadtgütern Stadt München darf kein Marihuana anbauen

Eine Cannabis-Pflanze: Die Stadt möchte derartiges nicht auf den eigenen Gütern anbauen. Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa

Aus der Idee der Rathaus-SPD, auf städtischem Grund Hanf anzubauen, wird nichts.

 

München - Gut zwei Jahre ist es jetzt her, dass das neue Cannabis-Gesetz in Kraft getreten ist. Patienten mit chronischen Krankheiten können sich seither Medizinalhanf (der noch aus dem Ausland geliefert wird) vom Arzt verschreiben lassen. So groß die Erleichterung der Betroffenen war, so groß waren auch die Lieferschwierigkeiten in den ersten Monaten. Auch einen Arzt zu finden, der Hanf auf Rezept verschreibt, war schwierig.

"Wir erhalten täglich E-Mails und Telefonanrufe von Patienten, die (...) keinen Arzt in ihrer Nähe finden", schrieb der Verbund Cannabis Ärzte, der Patienten berät, im Herbst in einer Petition ans Bundesgesundheitsministerium. Das nehme "solche Ausmaße an, dass sich sehr viele Patienten ihr Medikament selbst anzüchten müssen" und "strafrechtlich verfolgt" würden.

Kein Marihuana-Anbau in München

In München hat die Rathaus-SPD deshalb die Stadtverwaltung prüfen lassen, ob es wohl "rechtlich beanstandungsfrei möglich" sei, medizinischen Hanf auf städtischen Flächen anzubauen – und auch zu vermarkten. Jetzt ist die Antwort da, und die heißt: Daraus wird nichts. So jedenfalls steht es in der Vorlage, die morgen im Gesundheitsausschuss auf den Tisch kommt.

Die Cannabisagentur, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte kontrolliert wird, vergebe zwar Aufträge an Anbauer in Deutschland. Die Frist zur Abgabe von Angeboten sei aber schon Mitte Dezember letzten Jahres abgelaufen.

3.000 Kilo Cannabis für deutsche Apotheken importiert

Auch ein Pilotprojekt eines Cannabis Social Club (CSC), wie es sich die Grünen wünschen, wird es demnach nicht geben. Eigenanbau im Rahmen eines Vereins und ein Verkauf an Vereinsmitglieder, die Cannabispatienten sind, sei "nicht mit den geltenden Vorschriften vereinbar", heißt es.

Versorgungsengpässe gebe es außerdem auch nicht mehr, meint man im städtischen Gesundheitsreferat. 2017 seien rund 1.000 Kilogramm Cannabis für Apotheken nach Deutschland importiert worden, 2018 schon 3.000 Kilo.

Inzwischen schätzt die Branche die Zahl der Cannabispatienten in Deutschland auf 40.000 bis 60.000. Und ab wann wird es Cannabis aus einem Anbau in Deutschland geben? Das Bundesinstitut für Arzneimittel rechnet damit erst im Jahr 2020.

 

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