Keine "Gipfelstürmer" U19-Aus bei der EM sorgt für DFB-Dämpfer

Bedient: DFB-Coach Frank Kramer. Foto: dpa/Archivbild

Nach den deutschen Festwochen mit Confed Cup und U21-Triumph gab es für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Dämpfer. Die U19 scheiterte bei der EM in Georgien bereits in der Vorrunde.

 

Hamburg - Frank Kramer haderte nicht lange. Das ernüchternde Vorrunden-Aus seiner U19 bei der Europameisterschaft in Georgien? Keine Schande. Das unglückliche Ende des bislang so märchenhaften deutschen Fußball-Sommers? Für den Trainer des DFB-Nachwuchses beileibe kein Weltuntergang.

"Ich habe mich bei den Spielern für ihren Einsatz bedankt und ihnen gesagt, dass echte Champions in solchen Momenten ihren Charakter zeigen: Sie lernen aus diesen Spielen", sagte Kramer nach dem 1:4 (0:0) im abschließenden Gruppenspiel gegen England. Nach zwei Niederlagen aus drei Spielen beendete die U19 die EM-Vorrunde auf Platz drei und verpasste das Halbfinale deutlich.

Und so fand die Erfolgsstory der "Gipfelstürmer", wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine Teams zuletzt auf Twitter getauft hatte, in Tiflis keine Fortsetzung. Eine Woche nach den berauschenden Triumphen beim Confed Cup und bei der U21-Europameisterschaft blieb dem Verband der dritte Titel in diesem Sommer vorerst verwehrt.

"Der Unterschied war die Geschwindigkeit und die Effizienz, die England an den Tag gelegt hat", sagte Kramer, der bei den kontinentalen Titelkämpfen auf bundesligaerfahrene Spieler wie BVB-Juwel Felix Passlack und den Kölner Salih Özcan verzichten musste.

Positive Worte für sein Team fand er trotzdem: "Ich habe in allen anderen Spielen der Engländer keine Mannschaft gesehen, die sich so viele Chancen herausgearbeitet hat wie wir." Per Foulelfmeter in der 52. Minute erzielte Ben Brereton die Führung für die Young Lions und baute diese in der 63. Minute aus. Tobias Warschewski (76.) ließ das Team von Kramer noch einmal hoffen. Wenige Minuten später machte Ryan Sessegnon mit zwei Toren (81./84.) die letzte Hoffnung auf den Halbfinaleinzug zunichte.

Dort trifft Gruppensieger England am Mittwoch auf Tschechien, im zweiten Halbfinale spielen die Niederlande gegen Portugal. Die Fußball-Welt, die nach den jüngsten DFB-Erfolgen schon verzweifelt aufgestöhnt hatte, dürfte nach dem deutschen Vorrunden-Aus erleichtert aufatmen.

Deutschland ist - zumindest was den Nachwuchsbereich angeht - (noch) verwundbar. Zur Erinnerung: Ende Mai war die deutsche U20-Nationalmannschaft bei der WM in Südkorea im Achtelfinale gegen Sambia ausgeschieden. Und doch hat der DFB in diesem Sommer noch ein Eisen im Feuer: Bei der Frauen-EM in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August) winkt ein weiterer Gold-Coup.

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