Kein Internet und Telefon Ärger mit der Telekom: Kein Anschluss bei den Kesslers

Ellen (l.) und Alice Kessler lehnen sich aneinander an – vor dem Pool in ihrem Garten, den sie aus Respekt vor dem Techniker nicht benutzen. Foto: API/Michael Tinnefeld

Die berühmten Show-Zwillinge haben Ärger mit der Telekom: Wegen des IP-Wechsels herrscht Chaos. Telefon und Internet sind abgeschaltet – zum Termin erscheint niemand. "Das ist eine riesige Frechheit!"

 

Es fängt harmlos an. Mit einem Brief. Doch schon der Inhalt lässt Ungutes erahnen. Unbekannte Worte wie "IP-Wechsel" tauchen da auf. Alice und Ellen Kessler, die weltberühmten Show-Zwillinge (werden am 20. August jeweils 81), sind für ihre Generation bemerkenswert modern und technisch erfahren.

Doch Formulierungen wie "Voice over Internet Protocoll" sagt auch ihnen nichts. Was sie dem Brief entnehmen, ist eine – wie sie sagen: "Erpressung". Wenn sie dem IP-Wechsel (anstelle der analogen Telefon-Technik tritt das digitale Telefonieren) nicht zustimmen, kündigt die Telekom den Vertrag mit ihnen. Seit die Kesslers telefonieren, sind sie bei der Telekom. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter erscheint ihnen zu kompliziert. Warum auch?

Wenn alle Anschlüsse im Land nun umgestellt werden, dann also auch die beiden Anschlüsse der Kesslers, die in Grünwald in zwei Haushälften unter einem Dach mit zwei Festnetzanschlüssen, zwei iPhones, zwei Computern und zwei iPads leben.

Die Zwillinge, die schon mit Frank Sinatra und Elvis Presley auftraten, zahlen die Rechnung für diesen Wechsel, den sie zwar nicht recht verstehen, im Voraus und machen einen Termin mit einem Telekom-Mitarbeiter für den 4. August aus. Wer am 4. August nicht kommt, ist: der Telekom-Mitarbeiter. Was dafür passiert: Chaos.

In der Früh am Freitag funktioniert bei den Kesslers plötzlich das Internet nicht mehr. Dann geht der Festnetzanschluss von Alice nicht mehr. "Uns wurde nach und nach alles abgeschaltet", sagt Ellen Kessler zur AZ. "Zwischen 12 und 18 Uhr sollte der Telekom-Mitarbeiter kommen. Wir hatten extra alle Termine abgesagt."

Auch sonst haben sie sich für den Techniker vorbereitet. Getränke parat gestellt. Schließlich ist es an diesem Freitag sehr heiß gewesen. Die Kesslers verzichten darauf, in ihrem Pool zu schwimmen, was sie sonst täglich tun, um "dem Telekom-Mitarbeiter den Anblick von uns im Badeanzug zu ersparen". Sie kochen sich auch nicht wie sonst ein Mittagessen, wäre ja blöd, wenn es dann genau klingelt. Auch die Gymnastik lassen sie sein. Auf gut Deutsch: Sie machen nichts. Sie warten bloß.

Plötzlich klappt nichts mehr

Um 17:45 Uhr, eine Viertelstunde vor Terminende, ruft Ellen "die schreckliche 0800- Nummer" an, die Telekom-Hotline: "Ich war ewig in der Warteschleife, musste ständig meine Telefonnummer sagen. Immer, wenn ich sie gesagt habe, hieß es, ich solle meine Nummer sagen. Diese Warteschleife kann einen in den Wahnsinn treiben."

In ihrer Verzweiflung ruft sie mit ihrem Handy, das anders als Alices noch funktioniert, im Telekom-Laden in Grünwald an. Die Dame dort ist sehr nett, kann aber niemanden von der Hotline ans Telefon zaubern. Dann endlich kommt Ellen durch. Sie schildert ihr Problem. Der Hotline-Mitarbeiter sagt: "Ich muss mich da erst erkundigen. Ich rufe Sie zurück." "Das wird schwierig", antwortet Ellen. "Uns werden die Telefone ja nach und nach abgeschaltet." Er legt auf. Seitdem: nichts. Die Warterei geht weiter.

Am nächsten Tag, Samstag, meldet sich der Mitarbeiter nicht. Stattdessen geht auch Ellens Laptop nicht mehr. Das ganze Internet ist aus. "Mails, Online-Banking – nix klappt", so Ellen. Dann ein Lichtblick: Die nette Dame vom Laden aus Grünwald ruft an. "Der Mitarbeiter hätte sich bei ihr gemeldet, weil wir ihm die falsche Nummer gegeben hätten. Was für eine riesige Frechheit!", schimpft Ellen. "Wenn jemand eine Nummer von uns haben muss, dann die Telekom!" Er lässt ausrichten, dass am Sonntag niemand arbeitet und am Montag niemand Zeit hat. Dienstag von 8-12 Uhr würde jemand vorbeikommen.

Das Fazit der Kesslers-Zwillinge: "Wir fühlen uns mit fast 81 modern genug, werden aber gezwungen, noch moderner zu sein. Davor hat alles funktioniert, jetzt nix. Ständig verschieben wir Termine und verlassen uns auf Menschen, die uns nur – Entschuldigung – verarschen. Falls am Dienstag wirklich jemand auftaucht, kann er sich auf was gefasst machen."

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