Kapitäns-Rücktritt, Kader-Rauswurf Ärger mit Aigner: "Er hat einen Fehler gemacht"

Training mit der Reserve: Aigner (r.) und Pereira. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

"Auch Stefan muss Regeln einhalten“, ermahnt Trainer Pereira seinen Ex-Kapitän. Adlung: "Die Erwartungshaltung hat ihn erdrückt".

 

Das Reservistentraining nach der 1:2-Pleite in Bielefeld gestaltete sich ob Besetzung der schwitzenden Löwen schon kurios. Michael Liendl lief dort umher, seines Zeichens bester Scorer des TSV 1860 – und doch kein Stammspieler. Vizekapitän Jan Mauersberger war auch dabei. Sollte Neulöwe Abdoulaye Ba Abwehrchef bleiben, kann er sich wohl gleich daran gewöhnen. Und auch der vormalige Anführer stand auf dem Rasen: Stefan Aigner.

Der 29-Jährige hatte am Donnerstag mit der Nachricht von seinem Rücktritt vom Kapitänsamt für einen Schock gesorgt. Sein Aus ging mit der Maßnahme von Trainer Vitor Pereira einher, Aigner gegen die Arminen aus dem Kader zu werfen. Vor dem Spiel gab sich der 48-jährige, angesprochen auf Aigner, ähnlich wortkarg wie dieser zuvor auf Anfrage der AZ ("Ich will dazu nix sagen“): Mit verschränkten Armen wehrte Pereira bei Sky ab. Nach Schlusspfiff erklärte er schließlich: "Er hat in der Woche einen Fehler gemacht, keine Riesensache. Aber auch Stefan muss Regeln einhalten.“

Welchen Fehler hat Stefan Aigner gemacht?

Welche Verfehlung Pereira meint? Aigner soll sich im (Geheim-)Training mit Ba angelegt haben. Zudem hatte er im Spiel gegen Fürth (2:1) einen Zettel Pereiras, den ihm der Coach zuvor gegeben hatte, zu Boden geworfen. Die Anweisungen verpufften.

Nach seinem Rücktritt vom Kapitänsamt äußerte sich Aigner auch noch in der Bild – was nicht in die Abschottungs-Politik von Geschäftsführer Anthony Power passt. "Ich bin im Sommer zurückgekommen, um mit 1860 Erfolg zu haben. Der Aufstieg war das klare Ziel. Durch verschiedene Umstände, wie Verletzungen und Personalwechsel, hat sich die Situation grundlegend verändert. In dieser neuen Situation kann ich das Amt des Kapitäns nicht zu 100 Prozent ausführen“, sagte Aigner. Unterstützung erfährt er von seinem Ersatzkapitän. "Die Erwartungshaltung an Aiges war sehr groß und auch zurecht, denn er ist ein Bundesligaspieler mit enormen Qualitäten“, sagte Daniel Adlung der AZ, fügte aber an: "Nach seiner Verletzung hat er sich schwergetan. Die Erwartungshaltung hat ihn erdrückt.“

Ob Aigner nun befreit aufspielen kann? Sogar dem umjubelten Rückkehrer könnte, auch wegen eines starken Auftritts von Konkurrent Amilton, das Schicksal von Liendl und Mauersberger drohen.

 

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