Basketball-Bundesliga Schnappt sich München das Geister-Turnier?

, aktualisiert am 29.04.2020 - 10:42 Uhr
Im Duell mit Berlins Luke Sikma: Bayerns Kapitän Danilo Barthel (links). Foto: imago images/Camera 4

Danilo Barthel begrüßt die Corona-Pläne der Liga. "Eine große Chance für den Basketball", sagt der FCBB-Kapitän in der AZ.

 

München - Der Weg, den die Basketball-Bundesliga aufgrund der Corona-Krise derzeit geht, ist beispiellos. Zu Ende gehen will die BBL ihn aber trotzdem. "DFL-Chef Christian Seifert hat am Donnerstag gesagt, der Fußball ist bereit. Ich bin zuversichtlich, dass wir das in ein paar Tagen auch sagen können", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz am Dienstag.

Die Saison soll in Form eines Turniers, an dem zehn der 17 BBL-Klubs teilnehmen wollen, an einem Standort fortgesetzt werden. Wo, das steht noch nicht fest, die Ausschreibung dafür wurde gestern aber verschickt – die Entscheidung fällt am Montag.

BBL und Corona: Nach maximal 13 Spielen steht der Meister fest

Auch der FC Bayern will sich mit dem Audi Dome als Gastgeber bewerben, sofern die Kriterien der BBL erfüllt werden können. Dabei geht es vor allem um logistische Anforderungen wie Hotels, Infrastruktur, die Spielhalle und Trainingsmöglichkeiten. Interessiert sind neben München auch Köln, Frankfurt und Oldenburg. Berlin gehört nach AZ-Informationen dagegen nicht zu den Gastgeber-Kandidaten. "Es ist auch eine Frage der Kosten", sagte Holz.

Am Dienstag verständigten sich die Verantwortlichen auf einen möglichen Modus. In zwei Fünfer-Gruppen soll zunächst jeder gegen jeden spielen – dann im Überkreuz-Verfahren Viertel- und Halbfinale sowie das Finale im Best-of-three-Modus folgen. Nach maximal 13 Spielen würde also der neue Champion feststehen.

BBL will die Saison bis zum 30. Juni beenden

"Dieses Turniermodell mit Playoffs ist natürlich eine große Chance für den Basketball, sich zu präsentieren. Wir Spieler lieben den Wettbewerb", sagte FCBB-Kapitän Danilo Barthel der AZ: "Wichtig wäre aber auch, die Rahmenbedingungen zu kennen und sie bestmöglich auf Bedürfnisse der Spieler abzustimmen, zum Beispiel bezüglich einer sinnvollen Vorbereitung. Wir sind gespannt."

Die BBL will die Saison bis zum 30. Juni zu Ende bringen. Drei Wochen werden für das Turnier veranschlagt, vor dessen Beginn die Teams zwei Wochen lang in ihren eigenen Hallen trainieren und am Spielort dann in Hotels isoliert werden sollen. Die Spieler sollen jeden Morgen untersucht und zweimal die Woche auf das Coronavirus getestet werden.

BBL kann im TV zeigen, "was für eine coole Liga sie ist"

Während der Geisterspiele sollen nur etwa 80 bis 90 Personen in der Halle sein, bis auf die Profis und Schiedsrichter alle mit Masken. "Das wird dann der sicherste Ort in der Republik sein", sagte Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi. Anwesend sollen auch TV-Teams sein.

Die BBL sieht in der Krise nämlich auch eine große Chance. Die BBL könne zeigen, "was für eine coole Liga sie ist", sagte Holz: "Die Scheinwerfer wären auf uns gerichtet. Die Fernsehsender gieren nach frischem Content." Die Übertragungsrechte der BBL liegen derzeit bei Magenta Sport, aber auch ARD und ZDF haben schon Interesse an Spielen des geplanten Turniers signalisiert. „

"Spätestens am 18. Mai brauchen wir Grünes Licht seitens der Politik", sagte Holz. Doch von wem genau? "Wenn wir das mal wüssten", sagte der BBL-Boss. Wegweisend für den Basketball wird in jedem Fall auch der anstehende Beschluss für die Fußball-Bundesliga sein.

 

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