Kampfhund im Tierheim "Ribéry, bitte helfen": Hund beim FC Bayern ausgesetzt

„Cher Franck, es tut mir leid, aber ich weiß nicht mehr, an wen ich mich noch wenden könnte.“ Mit diesen Worten beginnt der Brief an Franck Ribéry. Foto: AZ/Rauchensteiner/Tierheim

Ein Franzose möchte seinen Mischling in gute Hände geben und wendet sich an Franck Ribéry. In Bayern ist das Tier als Kampfhund verboten – und sitzt jetzt im Tierheim

 

München - Säbener Straße, Freitagvormittag: Auf dem Platz hinter der FC-Bayern-Zentrale bereiten sich die Profis auf das Spiel gegen Stuttgart vor. Das Training ist nicht öffentlich – deshalb halten die Ordner den Fremden zurück, der an der Schranke auftaucht. Ein Fremder mit einem großen braunen Hund in einem lila Jäckchen.

„Der ist für Franck Ribéry“, sagt er. Doch der Mittelfeld-Star weiß von nichts. Da verschwindet der Mann. Zurück bleibt sein Hund – mitten auf dem Trainingsplatz. Bastian Schweinsteiger fängt ihn ein.
Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick: „Wir haben dann die Polizei gerufen. Die sind gekommen und haben den Hund geholt. Franck hat gesagt, er kenne den Mann nicht.“ Die Beamten bringen den Hund ins Tierheim.

Was die Fußballer vermutlich nicht ahnen: In einer Tasche des Hunde-Jäckchens steckt ein Brief. Er ist an Ribéry gerichtet und beginnt mit den Worten „Cher Franck, es tut mir leid, aber ich weiß nicht mehr, an wen ich mich noch wenden könnte“.

Der Absender ist ein junger Franzose, der in München zuletzt im Obdachlosenheim gelebt hat. „Seit einer Woche“, schreibt er, suche er nach einer Lösung für seine Hündin, die alle für einen Kampfhund halten, „dabei gibt es kein freundlicheres Tier als sie“.

AZ-Aktion: Rettet das Tierheim

Die Hündin sei zwei Jahre alt und heiße Oito, was auf portugiesisch „8“ bedeutet, „weil das ihre Lieblingsposition auf dem Spielfeld ist. Du kannst das ausprobieren, wenn du ihr einen Ball gibst.“
Er habe noch nie um Hilfe gebeten, schreibt der Ribéry-Fan weiter „und ich schäme mich dafür, aber wenn du nur ein bisschen für Oito tun könntest, wäre ich glücklich.“

Er sei im selben Jahr wie der Fußballer aus Marseille gekommen und als Kind ebenfalls durch eine Windschutzscheibe geschleudert worden, behauptet er in dem etwas wirren Brief, in dem auch von einer gescheiterten Beziehung, Schulden und einer kurzen Haftstrafe die Rede ist.

„Ich habe das noch nie erzählt. Aber ich habe mir auch nie träumen lassen, dass ich dir meinen Hund überlasse und dass ich in dieser polaren Kälte leben muss“, heißt es am Schluss. „Wenn du nichts für Oito machen kannst, ist das nicht schlimm. Aber bitte finde jemand guten für sie – Robben oder Swanstaiger.“

Bastian Schweinsteiger hat bereits bewiesen, dass er ein Händchen für Oito hat. Doch selbst wenn er wollte: Behalten dürfte er die Hündin nicht. Ein Gutachten hat ergeben, dass sie ein Staffordshire-Terrier-Mix ist – und Staffordshire sind in Bayern als Kampfhunde verboten.

Im Münchner Tierheim versucht man nun, außerhalb des Freistaats einen neuen Besitzer für Oito zu finden, in Baden-Württemberg zum Beispiel. „Denn eigentlich“, sagt eine Mitarbeiterin, „ist sie ein ganz, ganz lieber Hund“.
 

 

FC-Bayern-Newsletter

Jetzt kostenlos abonnieren
E-Mail:

München-Newsletter

Jetzt kostenlos abonnieren
E-Mail:

8 Kommentare