Kampfansagen von DEL-Rivalen Konkurrenz wettert: EHC München ist kein FC Bayern

Meisterschaftsfavorit der DEL: Frank Mauer (li.) und der EHC München. Foto: sampics/Augenklick

Am Wochenende beginnt die neue Saison in der DEL. Der EHC München ist längst das Nonplusultra des deutschen Eishockeys. Die Konkurrenz möchte jedoch keine Vergleiche zum FC Bayern und dem Fußball ziehen - und geht stattdessen rhetorisch gegen den Meister in die Offensive.

München - Von Triumphen, Geld und Glamour eines FC Bayern ist der EHC Red Bull München zwar weit entfernt. Ähnlich wie der deutsche Fußball-Primus schicken sich aber auch die Eishockey-Cracks von Coach Don Jackson an, eine Ära der Dominanz zu prägen. Vor der am Wochenende beginnenden Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sind die Münchner haushoher Favorit auf die dritte Meisterschaft in Serie.

Ansage von Seidenberg

"Es gibt kein Limit beim Gewinnen", sagte Routinier Yannic Seidenberg. Das meiste Geld, der erfolgreichste Trainer, der namhafteste Kader und eine bestechende Frühform: Wer soll diese Münchner aufhalten? "Wir haben schon bewiesen, dass wir den Titel verteidigen können", sagte Kapitän Michael Wolf vor dem Auftaktmatch am Freitag (19.30 Uhr) auswärts bei den Krefeld Pinguinen. "Es wird ein harter und weiter Weg. Aber wir sind bereit."

Das zeigte die Truppe bereits vor dem ersten Bully in der DEL durch Erfolge in der Vorbereitung und in den ersten vier Gruppenspielen der Champions League, die gegen teils hochkarätige Gegner allesamt gewonnen wurden. "Wir gehen mit gutem Selbstvertrauen in den Liga-Start", sagte Auswahlstürmer Frank Mauer.

München will erneut die ehemaligen Branchengrößen aus Mannheim, Köln und Berlin hinter sich lassen, das ist der klare Auftrag für die vom österreichischen Brausekonzern finanzierte Mannschaft. "Wir wollen Champion sein!", sagte Coach Jackson. Mit sieben Titeln ist der Amerikaner der erfolgreichste Trainer der DEL-Historie. "Alle sind heiß", meinte Nationalspieler Konrad Abeltshauser.

DEL-Trainer favorisieren EHC München

In einer dpa-Umfrage erklärten elf der 14 DEL-Trainer München als ersten Anwärter auf die Meisterschaft. Kein Wunder, konnte Red Bull doch seinen Kader der Extraklasse zusammenhalten. Hinzu kommt Patrick Hager, der als einer der besten deutschen Mittelstürmer im Sommer von Köln geholt wurde, sowie die beiden Verteidiger Markus Lauridsen und Ryan Button. Nationalspieler Jerome Flaake fehlt beim Saisonstart indes prognostizierte drei Wochen wegen einer Beinverletzung.

Zum Auftakt in die neue Spielzeit schickte die Jackson-Truppe bereits klare Signale in Richtung Konkurrenz. "Wir wollen da weitermachen, wo wir in der Champions League aufgehört haben", sagte Hager. In dem europäischen Wettbewerb verblüffte der EHC zuletzt etwa mit zwei klaren Siegen gegen den finnischen Spitzenclub Helsinki IFK. Die zweijährige Dominanz in der Liga hat aber auch die DEL-Rivalen motiviert, den Rückstand auf München aufzuholen. Denn von der Konkurrenz gab es ebenso klare Signale.

"Wenn man an der Spitze ist, dann ist jeder hinter einem her", sagte Jackson, der neben Köln, Mannheim und Berlin auch den bayerischen Rivalen Ingolstadt und Nürnberg gute Chancen einräumt. "Es gibt sehr viele gute Teams in der Liga: Mannheim, Nürnberg, Köln, Wolfsburg, auch Berlin hat wieder aufgerüstet, war jahrelang das Nonplusultra in der Liga", meinte EHC-Kapitän Michael Wolf im AZ-Interview zu den Hauptkonkurrenten. Eine Ära analog zu den Verhältnissen rund um den FC Bayern können sich die Gegner derweil nicht vorstellen.

"Kein Vergleich zum FC Bayern"

"Der Vergleich zum Fußball oder zu Bayern Münchens Status in der Bundesliga ist für mich einfach zu pessimistisch", sagte etwa Coach Uwe Krupp von den Eisbären Berlin. Krefeld-Manager Matthias Roos prognostizierte: "Eine München-Ära wird es im Eishockey in den nächsten Jahren nicht geben. Im Gegensatz zum Fußball ist die Konkurrenz in der Spitze grundsätzlich auf Augenhöhe."

Auch Pat Cortina, Trainer der Schwenninger Wild Wings und Vorgänger von Jackson in München, glaubt nicht an solch ein Szenario und machte das eigene Team zum Mitfavoriten: "Natürlich Schwenningen! Denn es gibt kein Warum, das dagegen sprechen würde.". Die Expertise des früheren Bundestrainers dahingestellt - die Meisterschaft führt auch in diesem Jahr nur über den EHC München.

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