Kamera, Filter, Brennweite Sonnenfinsternis: So gelingt das perfekte Foto

Für gute Aufnahmen einer Sonnenfinsternis (hier ein Bild von der partiellen Sonnenfinsternis 2011) brauchen Fotografen einen Sonnenfilter und große Brennweiten. Ein Stativ und ein Fernauslöser helfen gegen Verwackler. Foto: Tobias Hase/dpa

Hobbyfotografen aufgepasst: Ohne Sonnenfilter sollte man Auge und Kamera am Freitag auf keinen Fall auf die Sonne richten. Was Experten für die Sonnenfinsternis raten und warum ein Smartphone in der Tasche bleiben kann.

 

München - Am Freitag, 20. März, wird sich die Sonne über Bayern verdunkeln. Bis zu 80 Prozent des Himmelskörpers werden durch den Mond verdeckt sein. Eine seltene Gelegenheit für Fotografen, ihre Kameras auf die Sonne zu richten.

Um Schäden für Augen und Ausrüstung zu verhindern, sollte das nicht ohne einen geeigneten Sonnenfilter passieren, rät Christian Gritzner, Ingenieur beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wichtig ist es, den Filter vor das Objektiv zu setzen. Von Folien für den Kamerasucher oder das Okular von Ferngläsern und Teleskopen rät der Forscher dringend ab. „Das ist ganz gebündeltes intensives Sonnenlicht“, warnt er. Im schlimmsten Fall drohen Schäden am Kamerasensor – oder den eigenen Augen.

Die Filter gibt es in vielen Ausführungen im Fachhandel, sie lassen sich aber auch leicht selbst basteln, passgenau für jeden Kameratyp. Im Handel gibt es dafür aluminisierte Filterfolie. Sie ist ab etwa 25 Euro zu haben. Zusammen mit stabilem Karton und Klebstoff entsteht der passende Aufsatz. Die Experten der Fachzeitschrift „c’t Digitale Fotografie“ raten zur Folie „AstroSolar ND5.0“.

Aber nicht mit jeder Kamera gelingen gute Bilder der Sonnenfinsternis. „Das Smartphone kann getrost in der Tasche bleiben“, heißt es beim Photoindustrie-Verband. Dem Telefon mangelt es nämlich am nötigen Zoom. Eine Superzoom-, System- oder Spiegelreflexkamera sollte es schon sein. Sonst erscheint die Sonne nur als kleiner Punkt auf dem Foto. Bei der Brennweite empfehlen die Experten mindestens 400 Millimeter (Kleinbildformat). Steht kein Objektiv mit solch großer Brennweite zur Verfügung, helfen Telekonverter weiter. Sie werden zwischen Objektiv und Kamera geschraubt und liefern mehr Brennweite. Damit die Aufnahmen nicht verwackeln, bieten sich ein Stativ und ein Fernauslöser an.

Für Dokumentation: Alle fünf bis zehn Minuten ein Bild aufnehmen

Ob man die verdunkelte Sonne nun in Einzelbildern oder als Serie aufnimmt, bleibt dem Fotografen überlassen. Wer die gesamte Finsternis in ihrem Verlauf dokumentieren will, nimmt am besten in Intervallen von fünf bis zehn Minuten ein Bild auf. Dabei wird die Kamera entweder für jede Aufnahme neu auf die Sonne ausgerichtet, oder an einer Position gelassen, um auch die Wanderbewegung des Himmelskörpers abzubilden. Wählt man letzteres Vorgehen, können die Einzelaufnahmen mit kostenlosen Programmen wie AviSTack2 später am Computer zu einer Aufnahme kombiniert werden. Mit kürzeren Bildintervallen sind auch Timelapse-Filme des kosmischen Ereignisses möglich. Falls die Kamera es unterstützt, sollte über die Belichtungssteuerung ein geringer ISO-Wert gewählt werden. An die richtige Verschlusszeit tastet man sich dann heran.

Eine Warnung zum Schluss: Filmschnipsel und mit Ruß geschwärzte Glasplatten sind kein geeigneter Sonnenfilter. „Sie lassen die schädliche Wärmestrahlung fast ungehindert passieren“, warnt Frank Sohl vom DLR. Als Augenschutz rät er zu speziellen Sonnenfinsternisbrillen aus dem Fachhandel.

 

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