Jugendamt macht Einrichtung dicht Kita geschlossen - weil zu wenig qualifiziertes Personal dort ist

Wer in einer Kita arbeitet, braucht eine entsprechende Ausbildung. (Symbolbild) Foto: Peter Kneffel/dpa

Schock für die Eltern: In einem Münchner Vorort schließt das Amt plötzlich eine Tagespflege für Kinder – weil keiner der Mitarbeiter eine Lizenz hat. Die Einrichtung sieht den Fehler beim Landratsamt.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - "Holen Sie so schnell wie möglich ihr Kind ab", hieß es am Telefon, als am Dienstagmorgen zehn Eltern von ihrer Kindertagespflege in Höhenkirchen-Siegertsbrunn angerufen wurden.

Das Jugendamt kontrollierte die Einrichtung nach einem anonymen Hinweis. Die zuständige Sozialpädagogin ließ sich die Akten bringen und beschloss: Hier dürfen bis auf weiteres keine Kinder mehr betreut werden. Die Eltern mussten entweder freinehmen oder die Großeltern aktivieren.

Der Grund für die Schließung war offensichtlich. Kein einziger der aktuellen Mitarbeiter hatte die Pflege-Lizenz vom Landratsamt. Die Folge: Bis auf weiteres geschlossen. Vier Personen arbeiten derzeit in der betroffenen Großtagespflege.

Mitarbeiter brauchen Pflegeerlaubnis

Solche Einrichtungen funktionieren zwar im Gegensatz zu städtischen Kitas nach dem Prinzip Tagesmutter. Doch auch in diesen Stätten brauchen die Mitarbeiter eine Pflegeerlaubnis, im Fall von Höhenkirchen-Siegertsbrunn muss sie vom Landratsamt erteilt werden. Haben die Mitarbeiter die nötige Ausbildung, ist es in der Regel nur eine Frage der Zeit, bis die Pflegeerlaubnis erteilt wird.

Zunächst war wohl auch unklar, wann die Großtagespflege wieder eröffnen könnte. Dabei wirbt die Einrichtung im Internet mit professionellen Mitarbeitern. Sie expandiert derzeit auch in München. Bald werden in Sendling und Obergiesing weitere Filialen eröffnet.

Panne beim Landratsamt

Die Tagespflege erklärte auf AZ-Nachfrage, es handele sich um eine Panne beim Landratsamt. Eine Leiterin sagte der AZ: "Wir waren von der Schließung überrascht. Eigentlich lag dem Landratsamt und Jugendamt die Information vor, dass die vier Mitarbeiter noch keine Pflegeerlaubnis haben."

Offenbar sind vor etwa vier Wochen alle bisherigen drei Mitarbeiter der Einrichtung ausgefallen, zwei wegen Krankheit, einer Mitarbeiterin wurde in der Probezeit gekündigt. Eilig wurden vier neue Mitarbeiter eingestellt. "Alle haben die notwendige Ausbildung", sagt die Leiterin, "aber eben noch nicht die amtliche Erlaubnis. Sie wurde direkt bei der Einstellung beantragt."

Spätestens Montag dürfen die Kinder wieder in die Kita. Davon ist die Leitung der Großtagespflege überzeugt, "vielleicht sogar schon ab morgen." Das Landratsamt erklärte auf AZ-Nachfrage, es sei bereits eine Ersatz-Erziehungskraft gefunden worden. Mit Lizenz.

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