Jüdischer Schüler drangsaliert Antisemitisches Mobbing an Berliner Schule

Berlin: Zwei Schüler betreten das Gelände der John-F.-Kennedy-Schule. Die Schule will sich auf einer Pressekonferenz zu einem Fall von Antisemitismus an der Schule äußern. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

An einer Berliner Schule ist ein jüdischer Schüler Opfer von antisemitistischem Mobbing geworden. Die Schule steht jetzt unter Druck und will den Fall unverzüglich aufklären.

 

Berlin - Wieder schlägt Antisemitismus in Berlin hohe Wellen: Die deutsch-amerikanische John-F.-Kennedy-Schule steht wegen eines judenfeindlichen Mobbingfalls unter Druck und will das Geschehen unverzüglich aufklären. Man habe am 7. Juni über die Vorfälle gegen einen jüdischen Schüler durch Schulkameraden erfahren. Wie lange der Neuntklässler vorher drangsaliert und beleidigt worden sei, könne er nicht sagen, erklärte Steffen Schulz, Leiter der Oberschulsparte, am Donnerstag vor Journalisten.

Schulleiter soll nichts von antisemitistischem Mobbing gewusst haben

Einen Tag nachdem man von dem Fall erfahren habe, habe sich Schule mit den Eltern des Opfers in Verbindung gesetzt. "Wir konnten die Familie aber nicht zufriedenstellen", sagte der Geschäftsführende Direktor, Brian Salzer, auf Englisch. Daraufhin hätten sich die Eltern an die Medien gewandt. Die beiden Schulleiter betonten, dass sie zuvor von antisemitischen Vorfällen an der Schule nichts gewusst hätten. Man habe Gespräche mit den Eltern der beteiligten Schüler aufgenommen.

Die John-F.-Kennedy-Schule in Berlin-Zehlendorf hat nach eigenen Angaben rund 1.700 deutsche, amerikanische und andere internationale Schüler. Sie gilt als renommierte Adresse.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Fälle von Judenhass in Berlin bekannt geworden. Zuletzt hatte ein syrischer Flüchtling einen Israeli angegriffen, der auf der Straße eine Kippa trug. Der 19-Jährige wurde zu vier Wochen Arrest verurteilt.

 

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