Jubiläums-Grand-Prix Das 1.000 Rennen der Formel 1 - Ein AZ-Rückblick

Weltstars der Formel-1-Geschichte: Juan Manuel Fangio,Ayrton Senne, Michael Schumacher, Sebastian Vettel (v.l.n.r.) Foto: dpa,dpa,Harry Melchert/dpa,Jens Büttner/dpa

In Shanghai findet der Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 statt – eine Geschichte voller Tragödien und Triumphe. Die AZ blickt zurück auf zehn besondere Episoden der Königsklasse – von Fangio bis Hamilton.

 

München/Shanghai - Eigentlich sollte das große Jubiläum der Formel 1, der 1000. Grand Prix in der Geschichte dieser an Helden so reichen, aber auch durch Tragödien so verwundeten Sportart, dort gefeiert werden, wo alles begann – in Silverstone, wo der Italiener Giuseppe Farina am 13. Mai 1950 im Alfa Romeo als Erster das Siegerpodest erklomm. Doch den Formel-1-Bossen war das Risiko einer Regenschlacht in den englischen Midlands zu groß.

Nun also: Shanghai, die 23-Millionen-Einwohner-Stadt am Mündungsgebiet des Jangtsekiang ins Gelbe Meer. Ein Blick in die Zukunft statt in die Vergangenheit der Rennserie. „Es ist einer der spannendsten Plätze der Zukunft in der Formel 1“, sagte Geschäftsführer Chase Carey, der die Formel 1 in neue Dimensionen führen will, am Freitag.

Dabei ist die Vergangenheit allemal einen Blick wert: Die AZ schaut zurück – auf die Anfänge, auf Triumphe und Tragödien.

Der erste Sieger: Giuseppe Farina

Das erste Rennen: Silverstone 1950: Giuseppe Farina, Spitzname: Nino, ein promovierter Wirtschaftswissenschaftler, gewinnt das erste Rennen in der Geschichte der Formel 1 und wird später Weltmeister. In der ersten Saison gibt es nur sieben Rennen, darunter in Monte Carlo, Monza, Indianapolis und Spa-Francorchamps.

Der erste Star – Juan Manuel Fangio: Der Argentinier (1911 - 1995) dominiert die 1950er Jahre, wird fünfmal Weltmeister. Ein Geniestreich gelingt ihm 1957 am Nürburgring: 51 Sekunden beträgt sein Rückstand acht Runden vor Schluss, doch Fangio wächst in der „Grünen Hölle“ über sich hinaus, holt bis zu 14 Sekunden pro Runde auf und krönt sich mit seinem 24. und letzten Grand-Prix-Sieg zum fünften Mal zum Weltmeister. Freilich: Eine Runde umfasst damals noch 22,8 Kilometer.

1961: Wolfgang Graf Berghe von Trips kommt ums Leben

Die schwarze Stunde der Formel 1: 1961 kommt Wolfgang Graf Berghe von Trips (1928 - 1961), der erste deutsche WM-Anwärter, als Führender der WM-Wertung nach Monza, ein Punkt fehlt ihm noch zum Titel.

Doch in der Anfahrt zur Parabolica-Kurve kollidiert der Adelige mit Jim Clark, prallt gegen den Drahtzaun vor den Zuschauern. Von Trips wird aus seinem Ferrari geschleudert und stirbt an einem Genickbruch. Auch 15 Zuschauer kommen ums Leben.

Weltmeister posthum – Jochen Rindt: Wieder Monza, wieder die Parabolica, wieder eine Tragödie: 1970 prallt Jochen Rindt derart heftig in die Leitplanken, dass sein Lotus auseinanderbricht – der Deutsch-Österreicher stirbt, weil seine Luftröhre zerrissen und sein Brustkorb eingedrückt werden. Rindts Vorsprung in der WM-Wertung ist aber bereits so groß, dass er einen Monat später posthum zum Weltmeister wird. Seine Witwe Nina nimmt den WM-Pokal entgegen.

1970: Jochen Rindt wird posthum Weltmeister

Die Feuerhölle auf dem Nürburgring: Nach einem heftigen Einschlag an einer Felswand auf der berüchtigten Nordschleife des Nürburgrings geht Niki Laudas Ferrari am 1. August 1976 in Flammen auf, der Österreicher zieht sich schwerste Gesichtsverbrennungen zu, seine Lunge wird verätzt. Doch Lauda erweist sich als Kämpfer: Nur 42 Tage später geht er wieder an den Start – das packende WM-Duell gegen den Engländer James Hunt, das später verfilmt wurde, kann er aber nicht für sich entscheiden.

Die Mutter aller Hassduelle: Prost gegen Senna: Es ist das Duell der 80er-Jahre: Alain Prost gegen Ayrton Senna. 1989 eskaliert der Kampf der beiden Teamkollegen: Beim vorletzten Saisonrennen in Suzuka kollidieren die beiden McLaren bei Sennas Überholversuch und schießen sich gegenseitig von der Strecke. Senna wird nach dem Rennen disqualifiziert, Prost wird Weltmeister, insgesamt gelingt ihm das viermal (1985, ‘86, ‘89, ‘93).

Prost gegen Senna: Die Mutter aller Hassduelle

Das schwarze Wochenende der Formel 1: Imola 1994: Senna, der Weltmeister der Jahre 1988, ‘90 und ‘91, geht als großer Favorit in die Saison 1994. Da aber der aufstrebende Michael Schumacher die ersten beiden Rennen gewinnt, steht Senna in Imola unter Druck. In Führung liegend kommt er in der siebten Runde von der Strecke ab und schießt in die Streckenbegrenzung.

Senna erleidet schwerste Kopfverletzungen und stirbt wenige Stunden später in der Unfall-Klinik von Bologna. Tags zuvor war bereits der Österreicher Roland Ratzenberger in der Qualifikation tödlich verunglückt. Beim Trauerzug durch Sennas Heimatstadt Sao Paulo erweisen ihm mehr als drei Millionen Menschen die letzte Ehre.

Michael Schumacher wird erster deutscher Formel-1-Weltmeister

Der Größte aller Zeiten? Michael Schumacher: Nach Sennas Tod kämpfen Schumacher und Damon Hill um den Titel. Beim Saisonfinale in Adelaide kommt es zum Eklat: Schumacher fährt Hill ins Auto, beide scheiden aus. Als erster Deutscher gewinnt Schumacher den Titel in der Formel 1, sechs weitere folgen bis 2004. Mit 91 Siegen wird er der erfolgreichste Pilot der Geschichte.

Vettels Husarenstück 2010: Eigentlich ist es aussichtslos: Mit 15 Punkten Rückstand kommt Sebastian Vettel als Dritter der WM-Wertung zum letzten Rennen nach Abu Dhabi. Doch mit einer Meisterleistung gelingen ihm der Sieg und die Wende im WM-Kampf. Weil sich Konkurrent Fernando Alonso mit einem frühen Boxenstopp verzockt, wird Vettel der jüngste Weltmeister.

2010: Sebastian Vettel wird jüngster Weltmeister

Die Gegenwart – Rückkehr der Silberpfeile: Erstmals seit 1955 nimmt Mercedes in der Saison 2010 wieder mit einem eigenen Werksteam an der Formel 1 teil. Von der Saison 2014 bis 2018 dominieren die Silberpfeile die Weltmeisterschaft: 2016 triumphiert Nico Rosberg, 2014, 2015, 2017 und 2018 Lewis Hamilton. Der Brite ist der dominierende Fahrer der Gegenwart. Gewinnt er auch beim 1000. Grand Prix der Geschichte in Shanghai?

 

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