Jubel um Singspiel Nockherberg: Der Rosi soll's nochmal machen

Für das Singspiel gab's heuer von allen Seiten Lob. Foto: Daniel von Loeper

Nach dem umjubelten Singspiel auf dem Nockherberg: Paulaner wünscht eine Wiederholung – OB Christian Ude gratuliert und übt auch Tadel.

 

München - Klar hat die Singspiel-Crew am Mittwochabend noch gefeiert, bis vier Uhr, heißt es. Sie hatte ja auch allen Grund dazu. Die Inszenierung am Nockherberg kam super an, die Zuschauer bogen sich vor Lachen.

„Ich bin schon sehr glücklich wie es gelaufen ist“, sagt Regisseur Marcus H. Rosenmüller am Tag danach der AZ. War denn irgendein Politiker beleidigt? Der „Rosi“ antwortet darauf mit einer Rückfrage: „Hm, ich denke nicht, oder?“ Auch Gerd Baumann, Singspiel-Songschreiber und Mitglied der Band, ist nach der Nockherberg-Premiere zufrieden. „Natürlich haben wir gemerkt, dass es ab der ersten Minute gezündet hat“, sagt er. „Es ist schön, dass diese Art von Humor auch goutiert wird.“ Von der Produktion zu erzählen sei fast langweilig, weil die Zusammenarbeit so harmonisch gewesen sei. „Das war einfach nur ein Riesenvergnügen.“ Dem Publikum bei der Salvatorprobe ging’s nicht anders.

Deshalb richtet sich der Blick jetzt schon aufs nächste Jahr. Macht’s Singspiel-Regisseur Marcus H. Rosenmüller nochmal? Das wünschen sich viele, die Veranstalter inklusive. „Wir wollen natürlich mit ihm weitermachen“, heißt es bei der Paulaner Brauerei.

Chef Andreas Steinfatt schmerzten nach dem Singspiel schon die Hände vom vielen Schütteln, weil jeder zum gelungenen Fang gratulieren wollte: „Für mich sind die Weichen für nächstes Jahr gestellt.“ Was sagt Rosenmüller selbst zu all dem? Will er nochmal ran? „Die Arbeit hat schon Spaß gemacht, und es war ein tolles Team!“, gibt er zurück. Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher stellt deshalb in Aussicht: „Wenn’s terminlich klappt, dann gibt’s eine Wiederholung.“

Das gelte auch für Luise Kinseher, die heuer schon zum dritten Mal die Politiker derbleckte. „Jetzt hat die Luise die Rolle für sich definiert und ist mehr Landesmutter als Mama“, sagt Pressesprecherin Zacher. Die Kabarettistin war am Nockherberg erneut als Bavaria aufgetreten, die den Politikern die Leviten liest.

„Keiner hat sich beschwert, die Rede sei nicht scharf genug, aber auch keiner, er sei verletzt gewesen“, freut sich Kinseher. „Wenn’s so ist, ist es mir gelungen, den richtigen Ton zu treffen.“ Damit ist für sie ein vierter Auftritt als Bavaria denkbar: „Ist doch schön, wenn’s jedes Jahr heißt: Heuer hat sie ihre beste Rede gehalten.“ Auch dem Singspiel wünscht sie eine Wiederholung. „Das war einfach klasse und bringt den Nockherberg insgesamt nach oben.“ Via Facebook gratulierte OB Ude gestern nochmal: „Die Bavaria auf dem Nockherberg war bei aller Mütterlichkeit ziemlich hinterfotzig und Markus H. Rosenmüller hat das Singspiel nicht nur gerettet, sondern zu einem modernen und zugleich urwüchsigen Spektakel gemacht.“

Ude übte aber auch Tadel: Am Ende des Singspiels habe es die Botschaft gegeben, dass Politiker „alle pfui“ seien und dass es sie am besten nicht gäbe. Ude mahnte: „Politikverdrossenheit ist nicht die letzte Weisheit, die man verkünden kann.“

 

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