Joint Venture umbenannt München: Siemens-Areal Hofmannstraße heißt jetzt "Unify"

S-Bahn-Halt Siemenswerke: Hier an der Hofmannstraße hatte die Kommunikationssparte ihren Sitz - Siemens Enterprise Communications heißt jetzt Unify Foto: SZ-Foto, Andreas Heddergott

Am Dienstag wurde in München das Joint Venture "Unify" enthüllt. Damit ist auf dem traditionsreichen Areal in der Hofmannstraße der Name Siemens Geschichte.

 

München - 1100 Siemensianer durften am Dienstag miterleben, wie ihr Traditionsname verschwand - und ein neuer auftauchte: Die auf dem Gelände an der Hofmannstraße ansässige „Siemens Enterprise Communications“ heißt jetzt „Unify“. Damit geht in München eine Ära in der Kommunikationstechnik zu Ende.

Der Schritt war absehbar. Im Jahr 2008 verkaufte Siemens 51 Prozent seiner Telefonsparte für Unternehmen an den US-Investor „The Gores Group“. Der Konzern blieb mit 49 Prozent an der „Siemens Enterprise Communications“ der kleine Partner des Joint Ventures. Schon damals wurde eine spätere Namensänderung beschlossen. Die ging am Dienstag in einer auf dem Siemensgelände aufgebauten Eventlocation über die Bühne. Hamid Akhavan, Chef des alten und neuen Unternehmens enthüllte den Namen „Unify“ vor den angereisten Siemensianer aus Stuttgart, Nürnberg, Würzburg, Ulm und den Münchner Kollegen.

Damit verschwindet der Name Siemens offiziell am Traditionsstandort in Sendling. Dort entstand ab Ende der 1920er Jahre die Keimzelle der Nachrichtentechnik. Auf dem Areal entwickelte der Konzern Kommunikationstechnik für Unternehmen und Privatkunden. Siemens wurde bei vielen Technologien zum Weltmarktführe. Auch als die Dienste von analog auf digital umgestellt wurden, blieb man spitze. So wurde in München das erste Handy entwickelt, das SMS verschicken konnte. „Wir platzten aus allen Nähten“, so Sprecher Karlheinz Groebmeier gestern zur AZ. Wer im Hochhaus an der Hofmannstraße arbeitete wusste, „was ein Föhn ist“. Denn die Alpen waren dann „so nah“.

Heute geht der Blick auf den globalen Markt und zu den Wachstums-Riesen wie China. Die Kommunikation läuft fast ausschließlich über rechnergestützte Systeme, das einst lukrative Geschäft mit den Nebenstellenanlagen ist längst vorbei. Ein Umbau, der bei Siemens auch in den oberen Etagen nicht ohne Lärm und Chefwechsel abläuft.

Die neue Unify ist ein eigenständiges Unternehmen, an dem Siemens beteiligt ist. Die neue Vision sei es, Kommunikationssysteme, Geschäftsprozesse und Menschen zusammenzuführen, hieß es gestern. Dass der Internet-Stream vom Umbenennungs-Event hakte, sei „hoffentlich kein schlechtes Omen“, sorgte sich ein Mitarbeiter auf Twitter.

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