Jan Josef Liefers und Axel Prahl So wird der Münster-"Tatort" am Sonntag

Nadeshda (F. Kempter) ermittelt mit ihrem Chef Kommissar Frank Thiel (A. Prahl, M) und Prof. Boerne (J. Liefers) in der Sanusklinik Foto: WDR/Filmpool Fiction/Wolfgang Ennenbach

Im Münster-"Tatort" muss Kommissar Thiel nicht nur ins Krankenhaus, um Prof. Boerne zu besuchen, sondern auch um in einem Mordfall zu ermitteln. Ein Patient verstarb angeblich an Herzversagen. Angeblich...

 

Berlin - Bei einem Schulausflug in den Botanischen Garten wird die kleine Mia (Lena Meyer) Zeugin, wie ein Unbekannter Oliver Hölzenbein mit einer Spritze vergiftet. Kommissar Thiel (Axel Prahl) will dem Mädchen mit der überschwänglichen Fantasie zunächst nicht recht glauben, denn laut Obduktion ist der Tote an einem Herzanfall gestorben. Doch Mia ist sich sicher, dass sie einen Mord beobachtet hat.

Währenddessen kämpft Professor Boerne (Jan-Josef Liefers) mit gesundheitlichen Problemen. Nach einer Selbstdiagnose befürchtet er das Schlimmste und lässt sich in die Sanusklinik einweisen, dieselbe Klinik in die auch Hölzenbein gebracht worden war. Statt untätig im Krankenbett auf das Ergebnis seines Befundes zu warten, unterzieht Boerne das Krankenhausgeschehen seinem kritischen Blick.

Dabei fällt ihm vor allem auf, dass sich sein Bettnachbar trotz Chemotherapie in Bestform befindet. Dieser wird mit einem neuen Krebsmedikament behandelt, dank dessen sich die Klinik eines guten Rufes erfreut. Das Präparat und die lukrative Hausapotheke, unter der Leitung von Dr. Knapp (Christian Beermann), haben das Hospital aus den roten Zahlen gebracht.

Lohnt sich das Einschalten?

Der Münster-"Tatort" plätschert in gewohnt heiterer Manier vor sich hin und gibt immer wieder Einblicke in die zwischenmenschlichen Beziehungen seiner Protagonisten. So feiert "Alberich" (Silke Haller) ihren 40. Geburtstag, Nadeshda (Friederike Kempter) und der Vater von Mia kommen sich privat näher und Thiel kann nicht verbergen, dass er sich Sorgen um Boerne macht, während dieser sogar echte Schwäche zeigt, als es um die eigene Gesundheit geht.

Leider entwickeln sich die Story im Krankenhaus und die Mordermittlungen eher parallel als gemeinsam, sodass der Zuschauer am Ende Kommissar Thiel voraus ist und nur darauf wartet, dass auch der Polizei endlich ein grünes Licht aufgeht.

Fazit: Die kleinen Nebengeschichten geben dem Münster-"Tatort" seinen liebenswerten Charme. Da macht es dann auch nichts, dass sich der eigentliche Kriminalfall eher zieht. Gänsehaut und überraschendes Finale sucht man diesmal vergebens. Der WDR hat sicherlich schon spannendere Fälle für Thiel und Boerne konstruiert, dennoch ist die Krimi-Komödie eine gute Sonntagabend-Beschäftigung.

 

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