Jahresrückblick 2013 Edward Snowden und die NSA-Affäre

Durch die Enthüllungen wird bekannt, dass die USA auch Verbündete in Europa abgehört hat - nicht nur die eigenen Bevölkerung. England ist Opfer - und Deutschland auch. Auch wird bekannt, dass Großbritannien eine eigenen riesige Abhörmaschinerie hat. Angst macht sich breit - wie weit gehen die Geheimdienste in Deutschland? Foto: dpa

Edward Snowden ist der Mann, der eine Weltmacht ins Wanken brachte. Erst arbeitete er für die NSA, dann verriet er die Spionage-Machenschaften der US-Regierung und verursachte einen weltweiten Aufschrei.

 

Edward Snowden wollte die Welt ein besschen besser machen - und da war es im egal, ob er Geheimnisse der US-Regierung verriet. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter hatte seinen Laptop voll geheimer Schätze dabei, als er sich im Juni nach Hongkong absetzte. Dort sei die Sonderverwaltungszone dem Recht auf freie Rede und auf politische Abweichung verpflichtet - und so konnte die US-Regierung und ihre Geheimdienste Snowden nicht einfach gefangen nehmen. 

Er sei sich der Gefahr, die von den USA ausgeht, in vollstem Umfang bewusst, sagte Snowden.  Gegenüber Glenn Greenwald, dem Journalist des Guardian, vertraute er sich an. Er war sein Sprachrohr nach draußen, über ihn veröffentlichte er Dokumente und verrat die Machenschaften der US-Geheimdienste und ihre Spitzeleien. Snowden gegenüber Greenwald:„Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich tue und sage, aufgezeichnet wird. Solche Bedingungen bin ich weder bereit zu unterstützen, noch will ich unter solchen leben.“

Obwohl ihm bewusst gewesen sei, welche Konsequenzen er persönlich mit der Veröffentlichung der Dokumente und den daraus resultierenden Folgen zu befürchten habe, sei er bereit gewesen, das Opfer zu bringen, „weil er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne, dass die US-Regierung die Privatsphäre, die Freiheit des Internets und grundlegende Freiheiten weltweit mit ihrem Überwachungsapparat zerstöre", sagte er. 

Er habe im Laufe seiner Arbeit erkannt, dass man daran mitwirke, die Architektur der Unterdrückung auszubauen, wenn man für die Geheimdienste an der Überwachung der eigenen Bürger beteiligt sei. „Dann merkt man, dass man bereit ist, jedes Risiko zu tragen, ganz egal, was dabei herauskommt, solange die Öffentlichkeit selbst entscheiden darf.“ Daher betrachte er die Weitergabe der Unterlagen auch nicht als Straftat.

Daten mit geheimen Dokumenten bekam Glenn Greenwald, der sich in seinem Heimatland Großbritannien auch nicht mehr sicher sah. Er setzte sich nach Brasilien ab und veröffentlichte vor dort aus immer neue NSA-Geheimnisse, die er für den Guardian aufbereitete.

Die größte Enthüllung war die über das Überwachungsprogram "Prism". Wie die Washington Post und der britischen Guardian im Juni 2013 veröffentlichten, sind an dem Programm neun der größten Internetkonzerne und Dienste der USA beteiligt: Microsoft (u. a. mit Skype), Google (u. a. mit YouTube), Facebook, Yahoo, Apple, AOL und Paltalk. Prism ermöglicht der NSA eine umfassende Überwachung von Personen innerhalb und außerhalb der USA, die digital kommunizieren.

Dabei sei es der NSA und dem FBI laut der Washington Post möglich, auf live geführte Kommunikation und gespeicherte Informationen bei den beteiligten Internetkonzernen zuzugreifen, wobei aus den Folien selbst lediglich hervorgeht, dass es Echtzeitbenachrichtigungen zu gewissen Ereignissen gibt, z. B. wenn sich ein Benutzer anmeldet oder eine E-Mail verschickt.

Diese geheimen Informationen kamen über Greenwald an die Öffentlichkeit. Snowden selbst konnte er nicht in Hongkong bleiben. Vermutlich wollte er über Moskau nach Südamerika, doch dort kam er nie an. Er lebt mittlerweile in Moskau. Russland hat ihm unter Bedingungen den Aufenthalt genehmigt und versprochen, ihn nicht an die USA auszuliefern.

Innerhalb der NSA-Affäre wurde auch bekannt, dass die USA das Handy von Bundeskanzlerin Merkel gehackt und abgehört haben. Die Bundesregierung war davon ausgegangen, das Handy der Kanzlerin sei gegn jeden Hacker- und Spitzelangriff sicher. Die USA jedoch kämpft wohl mit anderen Geschützen.

 

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