Jagd auf Schwarzfahrer München: Zoll kontrolliert mehrere hundert Taxifahrer

Im Fokus der Münchner Fahnder: Taxis an Stellplätzen in der Innenstadt und im Umland. Foto: Daniel von Loeper

Schwarzarbeit, kein Mindestlohn? 75 Fahnder machen Jagd auf schwarze Schafe unter Münchner Taxifahrern.

 

München - Am Hauptbahnhof, am Ostbahnhof und auf dem riesigen Taxi-Warteplatz am Flughafen haben Münchner Zollfahnder am Freitag Jagd auf schwarze Schafe gemacht. Die Schwerpunktkontrolle im Taxigewerbe fand bundesweit statt.
Insgesamt 75 Zollfahnder riegelten ab 8 Uhr morgens die Standplätze ab, damit sich niemand aus dem Staub machen konnte, und überprüften die wartenden Fahrer. Zollsprecher Thomas Meister: "Wir haben mehrere hundert Fahrer kontrolliert."

Die Taxler mussten ihren Ausweis vorzeigen, ihren Führerschein, die Taxikonzession und den Beförderungsschein. Außerdem mussten sie Auskunft geben über ihr Anstellungsverhältnis, Arbeitszeiten und den Lohn.
"Ein Ergebnis der Kontrollen können wir erst in der kommenden Woche vorlegen", sagte Thomas Meister am Freitagnachmittag zur AZ.

"Zwölf Millionen Euro nicht gezahlte Sozialabgaben"

Die letzte vergleichbare Schwerpunktkontrolle hatte 2015 stattgefunden. Damals hatten sich die Fahnder vor allem für die Aushilfskräfte interessiert. Erst vor Kurzem hat das Münchner Hauptzollamt Ermittlungen gegen einen Unternehmer abgeschlossen, der 5,7 Millionen Euro Sozialabgaben nicht geleistet haben soll. Dies sagte Zoll-Einsatzleiter Rudolf Reinhardt am Freitag in einem Interview mit tv München.

Drei weitere Ermittlungsverfahren gegen Taxiunternehmer laufen derzeit noch. In einem Fall geht es laut Einsatzleiter Reinhardt um bis zu zwölf Millionen Euro nicht gezahlte Sozialabgaben. Dazu kommt der Steuerschaden.
Die meisten Taxler nahmen die Kontrollen gelassen hin. "Es ist gut, wenn man schwarze Schafe feststellt", sagt Reinhard Zielinski, Vorstand von Taxi München, zur AZ. "Und es wäre auch gut, wenn man mal die anderen Fahrdienstleister kontrollieren würde. Hier findet eine wettbewerbsverzerrende Marktverdrängung statt. Außerdem stehen die immer öfter unerlaubt auf unseren Standplätzen." 

 

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