Ist Ihre Abrechnung korrekt? Miete: Wenigstens die Nebenkosten sinken in Bayern

Die Nebenkosten sinken in Bayern. Doch nicht jeder Vermieter gibt das an seine Mieter weiter. Foto: dpa

Im Freistaat fallen die Abrechnungen geringer aus als im Rest der Republik - und es könnte laut Mieterbund sogar noch günstiger werden.

 

Dass Wohnen in Bayern teuer ist, ist allgemein bekannt. Doch während Mieten und Kaufpreise ständig steigen, gibt es zumindest bei den Betriebskosten gute Nachrichten für die Bürger des Freistaates: Sie zahlen im Schnitt weniger für Wasser, Heizung und Reinigung als der durchschnittliche Bundesbürger. Das geht aus dem neuen Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes hervor.

Da Vermieter nach Ende des Abrechnungszeitraums bis zu einem Jahr Zeit haben, um die Betriebskostenabrechnung ihren Mietern zukommen zu lassen, sind die Daten, die der Mieterschutzbund gesammelt hat, nicht mehr ganz aktuell: Sie beziehen sich auf das Jahr 2015.

Dafür sind sie umfassend: Die Abrechnungen von zusammengenommen rund 500.000 Quadratmetern Wohnraum allein in Bayern hat der Verein für die Erhebung ausgewertet. Das Ergebnis: In Bayern zahlen Mieter im Schnitt 2,10 Euro pro Quadratmeter und Monat. Sieben Cent weniger als die 2,17 des Bundesdurchschnitts.

Günstiger kommen Mieter im Freistaat zum Beispiel mit 18 statt 13 Cent pro Quadratmeter und Monat die Grundsteuer, die Müllbeseitigung (10 statt 18 Cent) und die Kosten für Wasser und Abwasser (28 statt 34 Cent).


Heizen schlägt noch mit 1,08 Euro zu Buche, könnte aber künftig günstiger werden. Foto: dpa

Und noch eine gute Nachricht fördert der Betriebskostenspiegel zutage: Im Gegensatz zu den Mieten sinken wenigstens die Betriebskosten im Freistaat seit einigen Jahren. Im Jahr 2012 zahlten Mieter rund 2,16 Euro pro Quadratmeter und Monat, 2,19 Euro waren es 2013 und 2,16 Euro im Jahr 2014.

Rechnet man die sechs Cent Differenz zwischen den Jahren 2014 und 2015 auf eine 80 Quadratemeter große Wohnung um, würde das eine Entlastung von rund 60 Euro im Jahr bedeuten. Ein bisserl was.

Darüber hinaus rechnet der Mieterbund auch für die kommenden Betriebskostenspiegel mit wenig bösen Überraschungen - eher im Gegenteil. Denn während bei den sogenannten "kalten Betriebskosten" keine nennenswerten Preiserhöhungen stattgefunden haben, sind Heizöl, Fernwärme und Gas allesamt eher günstiger geworden. Da laut Mieterbund rund die Hälfte der tatsächlich gezahlten Betriebskosten auf Heizung und Warmwasser entfallen, dürften Mieter hier einiges sparen.

Trotz all dieser guten Nachrichten rät der Mieterbund dazu, die eigene Abrechnung immer genau zu überprüfen. Denn jede zweite bis dritte Abrechnung ist den Erfahrungen des Vereins nach fehlerhaft.

"Daher können wir den Mietern nur empfehlen, die Abrechnungen von den Fachleuten in den Mietervereinen prüfen zu lassen", empfiehlt Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes in Bayern.


Kaminkehrer sind in Bayern etwas teurer als im Bundesschnitt: sechs statt vier Cent. Foto: dpa


Mietnebenkosten: Die Münchner Zahlen

Auch die Stadt München erhebt in ihrem Mietspiegel die durchschnittlich gezahlten Nebenkosten. Die Erhebung aus dem vergangenen Jahr ergab dabei für München einen Durchschnittswert von 1,83 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Die einzelnen Posten schlüsselt die Stadt dabei etwas anders auf als der Mieterbund. Laut dem Mietspiegel zahlten die Münchner folgendes: Grundsteuer 0,24 Euro, Wasser 0,29 Euro, Heizung inklusive Warmwasser 0,97 Euro, Aufzug 0,15 Euro, Straßenreinigung 0,05 Euro, Müllbeseitigung 0,16 Euro. Gebäudereinigung 0,17 Euro, Gartenpflege 0,07 Euro, Kaminkehrer 0,06 Euro. Versicherung 0,15 Euro, Hausmeister 0,32 Euro, Hausbeleuchtung 0,08 Euro, Waschmaschine 0,06 Euro.

Die durchschnittlichen Nebenkosten sind dabei laut Informationen der Stadt seit dem letzten Mietspiegel aus dem Jahr 2015 konstant geblieben. Gesunken sind dagegen die Kosten für Heizung und Warmwasser: Im Vergleich

zu 2015 zahlten die Münchner ganze 28 Cent pro Quadratmeter und Monat weniger.


Für Gebäudereinigung fallen im Schnitt 16 Cent an, in Bayern sind es nur 14. Foto: dpa


Nebenkostenabrechnung überprüfen: Darauf sollten Sie achten

Für viele Mieter ist die Betriebskostenabrechnung undurchschaubar. Und etwa die Hälfte der Abrechnungen sei sogar fehlerhaft, kritisiert Anja Franz vom Mieterverein München.

Die Rechtsberaterin empfiehlt Mietern, die Abrechnung vor dem Bezahlen unbedingt durchzurechnen. "Einfach die Gesamtkosten durch die 12 Monate und die Quadratmeteranzahl teilen", sagt Franz. Dann sollte ein Betrag zwischen 1,50 und 2 Euro herauskommen. "Das ist ein grundsätzlicher Anhaltspunkt." Und der Mieter sollte kontrollieren, ob sich das mit seinen Vorauszahlungen deckt und wenn nicht, ob die mögliche Nachzahlungsforderung oder das Guthaben stimmen. Auch dürfen nur die Betriebskosten berechnet werden, die im Mietvertrag festgelegt sind.

Kosten für eine Rechtsschutz- oder Hausratsversicherung gehören nicht zur Betriebskostenabrechnung. "Und auch Reparatur- und Verwaltungskosten darf der Vermieter nicht auf den Mieter umlegen", erklärt Anja Franz.

Außerdem können Mieter laut einer Entscheidung des Landgerichts Berlin einen Teil ihrer Betriebskosten als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen. Sie können dafür vom Vermieter verlangen, bestimmte Pauschalrechnungen näher aufzuschlüsseln. "Mieter haben das Recht, die Unterlagen, die der Abrechnung zugrunde liegen, einzusehen", sagt Anja Franz.

Wenn die Abrechnung fehlerhaft ist, könnten sich Mieter Hilfe beim Mieterverein suchen und auch gegen die falsche Abrechnung klagen.

 

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