Israelische Luftangriffe Immer mehr tote Zivilisten

Luftangriffe treffen besonders die Zivilbevölkerung. Foto: dpa

Die Zahl der Opfer unter der palästinensischen Zivilbevölkerung stieg am Montag, als bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen zwei Häuser dem Erdboden gleich gemacht wurden.

 

Gaza - Dabei kamen palästinensischen Angaben zufolge zwei Kinder und zwei Erwachsene ums Leben. 42 weitere Menschen seien verletzt worden. Rettungsmannschaften suchten noch nach zwölf bis 15 weiteren Menschen, die unter den Trümmern vermutet wurden.

Israelische Kampfflugzeuge hätten am Montag auch die Reste einer ehemaligen Anlage der nationalen Sicherheitsbehörden in Gaza bombardiert, sagte ein palästinensischer Sprecher. Dabei sei ein Kind von herumfliegenden Granatsplittern tödlich verletzt worden. Seit Beginn der israelischen Luftoffensive am Mittwoch sind damit mehr als 80 Palästinenser ums Leben gekommen, davon etwa die Hälfte Zivilisten.

Bei einem gezielten Luftangriff auf ein Auto im Gazastreifen sind am Montagmorgen nach palästinensischen Angaben drei Palästinenser getötet worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete, das Fahrzeug sei bei Dir al-Balah angegriffen worden. Ein israelischer Armeesprecher sagte in Tel Aviv, man prüfe den Bericht.

Auf israelischer Seite waren drei Zivilisten zu beklagen. Dutzende wurden verletzt. Beim bislang blutigsten Angriff der israelischen Streitkräfte seit Beginn der jüngsten Offensive kamen am Sonntag mindestens elf Zivilisten ums Leben. Unter den Opfern waren palästinensischen Angaben zufolge vier Kinder und fünf Frauen. Sie wurden getötet, als eine israelische Rakete in einem zweigeschossigen Haus in einer Wohngegend von Gaza einschlug, in dem das israelische Militär einen Extremisten vermutete.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Konfliktparteien zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Er werde in den Nahen Osten reisen, um sich dort persönlich für ein Ende der Gewalt einzusetzen. Ein Datum für seine Reise wurde am Sonntag nicht genannt.

US-Präsident Barack Obama bekräftigte am Sonntag, Israel habe das Recht, sich gegen Raketenangriffe zu verteidigen. Kein Land würde es tolerieren, wenn sein Volk ständigem Raketenbeschuss ausgesetzt sei, sagte Obama am Rande eines Besuchs in Thailand. Alle Bemühungen zur Lösung des Konflikts müssten daher mit einem Stopp des Beschusses beginnen. Zugleich warnte der amerikanische Staatschef vor den Risiken einer Ausweitung der israelischen Luftkampagne auf einen Bodenkrieg. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Sonntag erklärt, das Militär sei „bereit, die Operation erheblich auszuweiten“.

Neben Obama warnte auch der britische Außenminister William Hague vor einer Bodenoffensive Israels im Gazastreifen. Es sei „wesentlich schwieriger für die internationale Gemeinschaft“, für eine derartige Invasion Verständnis zu haben, sagte Hague.

Die israelischen Streitkräfte flogen am Sonntag Dutzende Luftangriffe gegen Ziele der Hamas im Gazastreifen. Die israelische Marine bombardierte zudem Ziele entlang der Mittelmeerküste der Region. Viele der Angriffe galten Gebäuden, in denen Extremistenführer oder Waffen vermutet wurden. Palästinensische Extremisten im Gazastreifen setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss auf Israel fort. Allein am Sonntag wurden mehr als 100 Raketen auf Israel abgefeuert.

Das von den USA finanzierte israelische Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ fing rund 40 Raketen ab, darunter zwei mit Ziel Tel Aviv. Palästinensischen Angaben zufolge handelte es sich bei 20 von 27 Palästinensern, die am Sonntag getötet wurden, um Zivilisten. Darunter seien viele Frauen und Kinder. Der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri warnte, „das israelische Volk wird den Preis“ für die Tötung von Zivilisten zahlen. Ein israelischer Militärsprecher, Brigadegeneral Joav Mordechai, warf der Hamas vor, die Bevölkerung im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

 

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