Ismaik im Mittelpunkt TSV 1860 drohen Geldstrafe und Punktabzug durch DFL

, aktualisiert am 12.11.2016 - 18:59 Uhr
Für sie könnte es bald ungemütlich werden: 1860-Präsident Peter Cassalette (l.) und Investor Hasan Ismaik. Foto: sampics/Augenklick

Möglicherweise müssen sich der TSV 1860 und Investor Hasan Ismaik auf Geldstrafen und gar einen Punktabzug durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) einstellen.

 

München - Bei den Löwen könnte bald wieder gehörig Unruhe herrschen – Grund dafür ist vor allem Hasan Ismaik. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, könnte auf den Verein eine gehörige Geldstrafe sowie sogar ein Punktabzug zukommen. Die DFL könnte diese Maßnahmen ergreifen, da es bei den Löwen möglicherweise Verletzungen bei den Lizenzierungs-Auflagen gegeben hat – zudem geht es auch um die Umwandlung von Darlehen Ismaiks in Genussscheine.

Rückblick – der TSV 1860 im Dezember 2015: Damals weigerte sich Ismaik, Teile seiner Darlehen in Genussscheine umzuwandeln – in der Folge verhängte die DFL eine Geldstrafe gegen den Verein, die Löwen mussten 750.000 Euro zahlen, da sich dadurch das Eigenkapital des Vereins verschlechtert hatte. Deadline ist in diesem Fall immer der 31. Dezember. Sollte sich Ismaik also auch dieses Jahr weigern, die Darlehen umzuwandeln, könnte auf den TSV eine erneute Geldstrafe und als Wiederholungstäter sogar ein Punktabzug  zukommen.

Anteilsverkauf oder Lizenzentzug?

Für die Sicherung der Spiellizenz für die kommende Saison muss Ismaik tief in die Tasche greifen. Laut "SZ" wäre der Betrag diesmal deutlich höher, als die 4,2 Millionen Euro, die der Investor in diesem Jahr gezahlt hat. Zahlt Ismaik, könnte er als Gegenleistung etwa weitere Löwen-Anteile einfordern. Bereits jetzt besitzt Ismaik 60 Prozent der stimmberechtigten Anteile – und das trotz der sogenannten 50+1-Regel.

Wegen dieser Regelung waren bisher allerdings nur 49 Prozent der Anteile stimmberechtigt. Doch mittlerweile sind die restlichen elf Prozent auch nicht mehr stimmlos – dieser Fall trifft ein, sobald das Unternehmen zwei Jahre lang keine Vorzüge gewährt. Ismaik verfügt also über 60 Prozent der stimmberechtigten Aktien – wegen bestimmter DFL-Maßnahmen kann er sie allerdings noch nicht komplett nutzen. Ziel von Ismaik ist es natürlich, so viele Anteile wie möglich zu besitzen, denn sollte die 50+1-Regel einmal wegfallen, würde Ismaik die Oberhand gewinnen. Im Kooperationsvertrag aus dem Jahr 2011 heißt es: "Für den Fall, dass es zum Wegfall (...) der 50+1-Regelung und der damit verbundenen Ausnahmeregelung kommt, streben die Vertragspartner eine (...) Übernahme weiterer Anteile/Aktien des TSV 1860 e.V. durch die HAM an." Mit anderen Worten: Fällt die 50+1-Regelung würde Ismaik eine Übernahme weiterer Anteile des TSV 1860 e.V. anstreben – mit einem Deal, bei dem er weitere Anteile erhält, würde er so also vorsorgen.

Sollte dieser Fall eintreten, müssen die Mitglieder des TSV 1860 allerdings in einer außerordentlichen Versammlung dafür zustimmen. Ob es dann zu einer Einigung kommt, ist jedoch ungewiss, denn die Mitglieder stehen vor der Entscheidung: Anteilsverkauf oder ein möglicher Lizenzentzug.

Nach Informationen der "SZ" wurde das neue Trainingsgelände sowie die getätigten (Rekord)-Transfers bislang nur mit Darlehensverträgen von Ismaik finanziert. Derzeit liegen der DFL die entsprechenden Unterlagen zur Untersuchung vor – es ist durchaus möglich, dass sie dann bald im Rahmen der Nachlizenzierung die Überweisung des Geldes fordern. Fließt dann kein Geld könnten die Löwen eine Auflafe erhalten, die besagt, dass Transfers in Zukunft vom Ligaverband genehmigt werden müssen.

 

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