Isarvorstadt Bauwut rund um den Gärtnerplatz

Impressionen aus der Isarvorstadt. Foto: Paul Palm

Baulärm statt Vogelgezwitscher: AZ-Leser Paul Palm ist unglücklich über die Entwicklung der Gegend rund um den Gärtnerplatz.

 

Isarvorstadt - Kaum ein Straßenzug rund um den Gärtnerplatz, in dem nicht alte Häuser platt gemacht oder luxussaniert werden: Bagger- und Baulärm allerorten, Glockenbachsuiten an der Isar statt Baumbestand mit Vogelgezwitscher und Italien-Feeling für alle.

Die Mieten sind bekanntermaßen längst fern von Gut und Böse; hier zu wohnen, kann sich kein normal verdienender Mensch mehr leisten - erst recht nicht die Senioren, die hier im Viertel aufgewachsen sind und mit ihren Rollatoren jetzt von Kampfshopperinnen mit bespoilten Rennkinderwagen von den Gehsteigen gekickt werden.

Ironie am Rande: Die hierher ziehen, haben das Viertel seines besonderen Charmes wegen gewählt: Künstlerflair und buntes Nightlife - speziell auf dem Gärtnerplatz mit seinen legendären Bars und Cafes rundrum, hier ging's mal fast so südländisch-fröhlich zu wie auf den schönsten römischen Piazzas.

Das ändert sich gerade - den Neu-Zuzüglern ist das Lachen und Gitarre spielen der jungen Leute vor ihren 10.000 Euro-pro-Quadratmeter-Wohnungen plötzlich zu laut.

Bald werden sie den letzten Funken Lebenslust ausgelöscht haben - und sich eines Tages wundern, warum jetzt alles so anders ist als vor dem Erwerb ihrer Prachtimmobilien.

Wahrscheinlich wird die Karawane dann weiter ins Westend ziehen, bis sie schließlich auch hier in ihren selbst initiierten Feierverboten vor Langeweile erstickt.

Der südliche Himmel über der Isarvorstadt sieht schon ziemlich bedrohlich aus (aufgenommen von der Reichenbrücke Richtung Kraftwerk).

 

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